Drei Männer drohten sich in Brüssel in die Luft zu sprengen

15. April 2016, 14:29
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Kein Sprengstoff Entdeckt, dafür offenbar Alkohol oder Drogen im Spiel – Festnahmen von Verdächtigen in Großbritannien

Brüssel – Drei Männer haben am Freitag in Brüssel gedroht, sich in die Luft zu sprengen. Sie befanden sich in der "Auberge Autrichienne" nahe dem Gare du Midi. Die Sicherheitskräfte konnten keinen Sprengstoff sicherstellen und nahmen die drei Personen fest, berichtete "Le Soir". Die "Auberge Autrichienne" ist ein privat geführtes, preiswertes Hotel im Zentrum von Brüssel, das einen eher mäßigen Ruf genießt.

Offenbar dürfte der Konsum von Alkohol oder Drogen zu der Drohung geführt haben. Kurz nach Mittag hatte die Polizei die Gegend großräumig abgesperrt. Die Lage ist nach den Terroranschlägen auf den Flughafen Zaventem und die U-Bahnstation Maelbeek mit zahlreichen Toten weiterhin angespannt. Es gebe keinen Zusammenhang der Drohung der drei Männer mit den Attentaten vom 22. März.

Britische Verbindungen

Einen ernsteren Hintergrund hat offenbar die Festnahme von fünf Personen in Großbritannien. Dabei handele es sich um drei Männer und eine Frau in Birmingham sowie einen Mann am Londoner Flughafen Gatwick, teilte die Polizei am Freitag mit. Es gehe um den Verdacht der Vorbereitung von Terror-Taten. Hinweise auf Pläne für einen Anschlag in Großbritannien gebe es aber nicht. Hintergrund seien gemeinsame Ermittlungen mit den belgischen und französischen Behörden, um Gefahren für Großbritannien nach den Islamisten-Anschlägen in Brüssel und Paris abzuwehren.

Britische Medien hatten berichtet, dass der mutmaßliche Brüssel-Attentäter Mohamed Abrini, der auch wegen einer angeblichen Verwicklung in die Anschläge in Paris inhaftiert ist, voriges Jahr nach Birmingham gereist sei und Fotos von einem Fußball-Stadion gemacht habe. Auch der bei einem Schusswechsel mit den Fahndern getötete Drahtzieher der Paris-Anschläge Abdelhamid Abaaoud soll demnach im Oktober dort gewesen sein und auf seinem Smartphone Fotos von Plätzen in der mittelenglischen Stadt gehabt haben. Innenministerin Theresa May hatte im März erklärt, dass es im Zusammenhang mit Abaaoud gemeinsame Ermittlungen mit den belgischen Behörden gebe. (APA, red, 15.4.2016)

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