Rohrbomben in Wien und Kärnten: Polizei sieht keinen Terrorhintergrund

15. April 2016, 13:59
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Junge Kärntner wollten "nur" mit Sprengstoff experimentieren

Wien/Klagenfurt/Völkermarkt – Nach dem Fund von zwei funktionstüchtigen Rohrbomben in einem Hotel in Wien-Favoriten ist bei einer Hausdurchsuchung in Kärnten eine weitere scharfe Bombe gefunden worden. Der Leiter des Kärntner Landsamts für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung (LVT), Helmut Mayer, bestätigte am Freitagabend entsprechende Medienberichte.

Nachdem ein Wiener Hotelier in einem Gästezimmer zwei Bomben entdeckt hatte und zwei junge Kärntner festgenommen wurden, die sich berufsbedingt in der Bundeshauptstadt befanden und in dem Hotel abgestiegen waren, wurden in ihren Heimatadressen Hausdurchsuchungen durchgeführt. Während am Wohnort des 17-Jährigen im Bezirk Klagenfurt-Land nichts gefunden wurde, stieß man an der Adresse des 23-Jährigen im Bezirk Völkermarkt auf eine Werkstätte, wie der Kärntner LVT-Chef Mayer der APA berichtete. Neben einer scharfen Bombe wurden mehrere Rohlinge – Rohrteile, die wohl ebenfalls zu Bomben umfunktioniert hätten werden sollen – sichergestellt.

Gegen die beiden Verdächtigen wird wegen vorsätzlicher Gefährdung durch Sprengmittel ermittelt. Ein terroristischer oder extremistischer Hintergrund wird nach derzeitigem Ermittlungsstand weiter ausgeschlossen. Beim 23-Jährigen dürfte es sich um den "Bomben-Bastler" handeln, der 17-Jährige sei "ein Mitläufer", sagte Mayer. (APA, 15.4.2016)

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