Gefördert oder freifinanziert, aber stets gemeinnützig

18. April 2016, 09:00
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ISG baut im Innviertel 150 bis 180 Wohnungen jährlich

Das ISG-Büro an der Rieder Stadteinfahrt von der Autobahn her, ist nagelneu, erst im Vorjahr wurde es eröffnet. "Auf der Liegenschaft befand sich vorher ein Wohnhaus der Gemeinde", erzählt ISG-Geschäftsführer Herwig Pernsteiner. Um hier an der ohnehin stark befahrenen Riedauer Straße die neue Zen- trale bauen zu können, schlug er der Gemeinde einen Deal vor: Die Genossenschaft erwarb das Gemeinde-Wohnhaus, die Gemeinde wiederum kaufte eine direkt angrenzende Liegenschaft und räumte der ISG dort das Baurecht ein. Dort errichtete man ein modernes Wohnhaus, in das man die Mieter des Gemeindebaus absiedelte.

Neue Wohnungen für Ried

Rundherum befinden sich ISG-Bauten aus den 50er- bis 90er-Jahren, dazwischen will Pernsteiner nun weitere 140 Wohnungen dort bauen. Rund 3000 hat die Innviertler Gemeinnützige Wohnungs- und Siedlungsgenossenschaft in Ried schon. Braucht die Innviertler Bezirkshauptstadt so viele neue Wohnungen?

Der ISG-Chef verweist auf den letzten Gemeinderatswahlkampf, in dem es von SPÖ-Seite hieß, es gebe Bedarf für 400 Wohneinheiten. "Ich glaube, 400 ist etwas zu hoch gegriffen, aber wir haben schon eine einigermaßen gute Nachfrage", sagt Pernsteiner.

Neuer Reihenhaustyp

Neben Ried ist die ISG in weiteren 121 Gemeinden aktiv und damit die fünftgrößte gemeinnützige Bauvereinigung Oberösterreichs. Etwa die Hälfte des jährlichen Bauvolumens von 14 Millionen Euro fließt in geförderte Projekte, ein Viertel in kommunale Bauten wie Schulen oder Hallenbäder, das restliche Viertel in freifinanzierte Projekte.

"Zwischen 150 und 180 Wohneinheiten übergeben wir jedes Jahr. In Vöcklabruck bauen wir gerade an einem sehr attraktiven Standort, am sogenannten Schöndorfer Plateau, einem neuen, ebenerdigen Reihenhaustyp", berichtet Pernsteiner. Die Wohnfläche beträgt 90 Quadratmeter, gedacht sind die Häuser "für Bewohner, die vom Einfamilienhaus kommen – also Leute in der zweiten Lebenshälfte".

Verkauf nach WGG

In Braunau hat die ISG auf einem Grundstück am Inn drei Wohnhäuser gebaut, einmal Miete, einmal Mietkauf, einmal im Eigentum. Und beim Rieder Stadtpark wurden kürzlich zwei Häuser mit jeweils fünf Wohneinheiten gebaut, "die innerhalb kürzester Zeit verkauft wurden". Weil man diese Projekte nicht in eine gewerbliche Tochter auslagert, ist man auch beim Verkauf an das Kostendeckungsprinzip laut Wohnungsgemeinnützigkeitsgesetz (WGG) gebunden. "Wir verkauften dort letztlich um unter 2500 Euro." (mapu, 16.4.2016)

  • 2300 m² für 51 Mitarbeiter: Das neue Bürogebäude der ISG  ist großzügig ausgefallen und spielt auch sonst alle Stückln.
    foto: isg

    2300 m² für 51 Mitarbeiter: Das neue Bürogebäude der ISG ist großzügig ausgefallen und spielt auch sonst alle Stückln.

  • Neuer Reihenhaustyp der ISG für Vöcklabruck.
    visualisierung: isg

    Neuer Reihenhaustyp der ISG für Vöcklabruck.

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