Aufregung um Hetzschrift gegen Asylwerberheim in Leonding

15. April 2016, 14:48
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Stadt lässt anonyme Postwurfsendung rechtlich prüfen – Bürgermeister Brunner: "Abstoßend"

Linz – Nicht wenige Leondinger schrecken dieser Tage beim Griff in den Postkasten zurück. In den meisten Haushalten fand sich nämlich eine Postwurfsendung ohne Impressum, dafür mit bedenklichem Inhalt. Unter der Überschrift "Nein zum Asylquartier" wird anonym versucht, gegen ein geplantes Asylwerberheim auf einem Areal der Diakonie im Leondinger Stadtzentrum aggressiv Stimmung zu machen.

Auf dem einseitigen Papier finden sich Pauschalverurteilungen wie "Vergewaltigung, Raub, Gewalt. Es lässt sich nicht mehr verheimlichen. Immer mehr Krankheitsfälle werden bekannt. Hepatitis C, Tuberkulose, Krätze. Trotzdem reagieren unsere Politiker und Entscheidungsträger nicht auf die Sorgen und Ängste der Menschen."

Aufruf zum Kerzenprotest

Geendet wird mit einem fett gedruckten "Wir haben Angst!". Besonders kurios: Man rät unter dem Motto "Licht für die Zukunft" Bürgern, ihren Unmut zu zeigen und jeden Abend eine Kerze ins Fenster zu stellen.

Leondings Bürgermeister Walter Brunner (SPÖ) zeigt sich im STANDARD-Gespräch schockiert: "Einfach unglaublich und abstoßend. Wir haben das Flugblatt jetzt unserem Anwalt zur rechtlichen Prüfung übergeben." Das Flugblatt wurde auch an die Polizei, die Bezirkshauptmannschaft weiter geleitet, um die Verfasser ausfindig zu machen.

FPÖ: Haben nichts damit zu tun

Ein strikter Gegner des Asylwerberheims distanziert sich klar von der Postwurfsendung: die oberösterreichische FPÖ. "Wir haben damit überhaupt nichts zu tun und finden das geschmacklos und vor allem feig. Wer so etwas publiziert, sollte zumindest auch offiziell dazu stehen", sagt deren Pressesprecherin Birgit Thurner. (Markus Rohrhofer, 16.4.2016)

  • Bedenklicher Protest im Postkasten.
    rohrhofer

    Bedenklicher Protest im Postkasten.

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