Fertighausverband schafft Fonds für "Härtefälle"

15. April 2016, 13:04
posten

Die "Tage des Fertighauses" finden heuer am 22. und 23. April statt

Mehr großvolumige Gebäude, weniger Einfamilienhäuser: So lässt sich die Bilanz des Österreichischen Fertighausverbands für 2015 zusammenfassen. 122 großvolumige Gebäude wurden von den Mitgliedsbetrieben errichtet – um 43 Prozent mehr als 2014. Dafür wurden von ihnen im Vorjahr in Österreich um 3,4 Prozent weniger Einfamilienhäuser gebaut, nämlich 2443 Stück.

Auch beim Gesamtumsatz von 534 Millionen Euro gab es ein Minus von zwei Prozent. Grund dafür seien die Insolvenzen der Fertighaushersteller Hanlo und Schachnerhaus im Vorjahr, erklärte Josef Gruber, Vizepräsident des Österreichischen Fertighausverbands. Weitere Konkurse schloss Roland Suter, Präsident des Österreichischen Fertighausverbands, aus. Die Stimmungslage habe sich aufgrund einer guten Auftragslage im ersten Quartal 2016 deutlich verbessert. "Momentan sind wir gesäubert", so Suter. Gefährlich werde es dann, "wenn Firmen verkauft werden an jemanden, der glaubt, er kann's".

Schaffung neuen Wohnraums

Um dem "steigenden Sicherheitsbedürfnis" rund um den Hausbau Rechnung zu tragen, befindet sich nun ein mit 30.000 Euro dotierter Fonds im Aufbau, der "in besonderen Härtefällen" Hilfe bieten kann. Auch die Kunden könnten jedoch einen Beitrag zur Sicherheit eines Bauprojekts leisten, indem sie das Unternehmen sorgfältig auswählen – und notfalls auch dessen Bonität überprüfen.

Auch ein Positionspapier des Fertighausverbands zur Schaffung neuen Wohnraums für Asylwerber wurde vorgelegt: Industriell vorgefertigte Häuser in Holzbauweise seien eine wesentliche Option für die Schaffung von Wohnraum, heißt es darin – jedoch unter Einhaltung von Qualitätsparametern.

Kaum Spielraum

Die in einigen Bundesländern geplanten Wohnbau-Billigschienen mittels Holzfertigbauweise werden von der Branche indes kritisiert: Wie der Spagat gelingen soll, billig zu bauen und gleichzeitig die Vorschriften zu erfüllen, sei nicht klar, so Suter. Sparpotenziale gäbe es zwar – etwa bei der Haustechnik. Die Anforderungen an Schall- und Brandschutz und die energetischen Standards wiederum ließen kaum Spielraum. Baukosten zwischen 1300 und 1400 Euro pro Quadratmeter seien daher unrealistisch.

Kommendes Wochenende finden die "Tage des Fertighauses" statt, an denen Betriebe besichtigt werden können. (Franziska Zoidl, 15.4.2016)

  • Im Vorjahr wurden von den Mitgliedern des Österreichischen Fertighausverbandes weniger Einfamilienhäuser gebaut.
    foto: vario

    Im Vorjahr wurden von den Mitgliedern des Österreichischen Fertighausverbandes weniger Einfamilienhäuser gebaut.

Share if you care.