Deutschtests schließen ersten Zyklus der Bildungsstandards ab

15. April 2016, 12:07
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Rund 80.000 Schüler der achten Schulstufe werden überprüft

Wien – Mit den Überprüfungen der Bildungsstandards im Fach Deutsch in der 4. Klasse AHS bzw. Neue Mittelschule (NMS) wird kommenden Mittwoch (20. April) der erste Zyklus der 2012 begonnenen umfassenden Schülertestungen abgeschlossen. Insgesamt nehmen daran rund 80.000 Schüler der 8. Schulstufe teil, die Ergebnisse werden im ersten Quartal 2017 vorliegen.

Die Bildungsstandards werden in fünf "Disziplinen" abgeprüft: Deutsch und Mathematik jeweils in der vierten und achten Schulstufe sowie Englisch nur in der achten Schulstufe. Begonnen wurden die Erhebungen 2012 mit Mathematik in der achten Schulstufe – mit den Deutsch-Tests in der gleichen Altersgruppe wird nun der erste Durchlauf beendet. 2017 fängt der Zyklus dann wieder von vorne an.

Test dauert zwei Stunden

Vom Test ausgenommen sind außerordentliche Schüler, Jugendliche, die in Deutsch nach dem Lehrplan der Sonderschule bzw. einer niedrigeren Schulstufe unterrichtet werden, sowie Schüler mit Körper- oder Sinnesbehinderung, sofern sie selbst mit allenfalls im Unterricht und bei der Standardüberprüfung zur Verfügung stehenden Unterrichts- oder Hilfsmitteln unter den Testbedingungen die gestellten Aufgaben nicht lösen können.

Der Test dauert insgesamt 120 Minuten, dazwischen gibt es zwei Pausen. Im Anschluss ist noch ein Fragebogen etwa über den familiären Hintergrund bzw. die Lernmotivation zu bearbeiten.

Überprüft werden die vier Bereiche "Lesen", "Schreiben", "Sprachbewusstsein" (z.B. Grammatik, Rechtschreibung) sowie "Zuhören und Sprechen". Kleine Einschränkung: Der Bereich Sprechen wird aufgrund des hohen Aufwands (paarweises Testgespräch, das von "Assessoren" bewertet wird) nur anhand einer Stichprobe an etwa 120 Schulen abgetestet – diese Überprüfungen finden auch extra im Mai und Juni statt.

"Überfliegendes Lesen"

Die Schüler müssen unter anderem Fragen zu davor gehörten Texten beantworten, außerdem werden das allgemeine Leseverständnis sowie das "überfliegende Lesen" (schnelle Suche nach Information) anhand von vorgegebenen Texten und dazu gestellten Fragen überprüft. Darüber hinaus muss ein Text zu einer vorgegebenen Aufgabenstellung verfasst werden, in dem je nach Angabe argumentiert, erzählt oder informiert werden muss. Weiters müssen Testhefte zu Themen wie Wortbildung, Grammatik, Sprach- und Schreibnormen bearbeitet werden, in manchen Klassen kommt auch ein zehnminütiges Lückendiktat zum Einsatz.

Die Ergebnisse der Testungen haben keinen Einfluss auf die Noten der Schüler. Nur der Schüler selbst erfährt, wie er persönlich abgeschnitten hat. Der Lehrer bekommt das (anonymisierte) Gesamtergebnis seiner Klasse, die Schulleitung das ihrer Schule bzw. der einzelnen Klassen, die Schulaufsicht die allgemeinen Teile der Schulberichte sowie Regionalergebnisse, die Landesschulräte die Landesergebnisse sowie das Bildungsministerium einen Bundesbericht.

Verglichen werden die Ergebnisse zum letzten Mal mit den Resultaten einer 2009 durchgeführten Ausgangsmessung (Baseline-Testung) mit rund 11.000 Schülern. Ab 2017 können als Vergleichsmaßstab dann schon die Resultate des ersten Test-Zyklus herangezogen werden. (APA, 15.4.2016)

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