User-Wertung: Wie hat Ihnen "The Jungle Book" gefallen?

Umfrage25. April 2016, 14:01
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Die Geschichten um das Menschenkind Mogli, das im Dschungel aufwächst, wurde neu verfilmt. Statt lieblicher Trick-Animation herrscht eine ehere düstere Stimmung. Was sagen Sie zu der Adaption?

Mogli ist nicht der einzige Protagonist in Rudyard Kiplings "Dschungelbüchern", die in den Jahren zwischen 1894 und 1895 erschienen sind. Er ist aber sicherlich seit der Disney-Adaption von 1967 der bekannteste unter den Dschungelbewohnern. Auch in der Neuverfilmung aus dem Hause Disney dreht sich wieder alles um den Jungen, der unter Wölfen aufwächst. Diesmal handelt es sich allerdings nicht um eine Zeichentrick-Animation, es ist nicht mehr allzu lieblich im Dschungel und, wie es in der STANDARD-Kritik heißt, "'Probier's mal mit Gemütlichkeit' trällert der Bär Balu in der neuen Action-Animation Jon Favreaus nur mehr kleinlaut in seinen Bart hinein".

Der fotorealistische Animationsfilm mit seinem kindlichen Hauptdarsteller Neel Sethi rückt damit wieder deutlich näher an die Romanvorlage, deren "durchaus finster-existenzialistische Züge" im Vorgänger verlorengingen.

Was sagen die Kritiken?

Es ist auch gerade die Brutalität, die dem Überlebenskampf des Jungen innewohnt, die in der STANDARD-Rezension gewürdigt wird. Shir Kan, im Trickfilm zwar auch durchaus unsympathisch, gerät in der Neuverfilmung zum Symbol des Bösen. "Diese Zuspitzung Shir Kans auf ein blutrünstiges Monster" bedeute aber gleichzeitig nicht nur eine Verfinsterung der Erzählung, sondern auch eine Verflachung, "in der es in allen Ausläufern letztlich um bombastisch in Szene gesetzte Duelle zwischen dem Buben und den jeweiligen Tieren geht." Das Gesamturteil ist dennoch wohlwollend: "Faszination und Bedeutung dieses Films liegen in der famosen Illusion einer computergenerierten Welt, in der Mensch und Tier fast ununterscheidbar real interagieren – auch wenn die Proportionen dabei manchmal Rätsel aufgeben."

Weniger angetan zeigt man sich in der "Zeit". Die Macher hätten nicht versucht, das filmische Vorbild sanft zu modernisieren. Wo in der älteren Disney-Version Mogli den Wert von Freundschaft entdeckt, regiere im "neuen Film die Notwendigkeit von Autorität und Unterordnung". Nicht mehr clevere und spielerische Strategien zur Bekämpfung der Feinde würden gezeigt, stattdessen gehe es "nun um Prankenhiebe, fiese Bisse und im Feuer sterbende Raubkatzen". Und auch die ästhetische Umsetzung gefällt nicht: Der Film sei "eine uninspirierte Tradeshow der US-amerikanischen Animationstechnik des 21. Jahrhunderts".

Was sagen Sie?

Es dürfte wohl nur wenige geben, denen die 60er-Jahre-Version entgangen ist. Ist es gerade der Kontrast zum Trickfilm, der die Neuverfilmung interessant macht? Für wie gelungen halten Sie den Film? Und stimmen Sie den Kritikermeinungen, positiv oder negativ, zu, oder halten Sie ganz andere Aspekte für entscheidend? (jmy, 25.4.2016)

  • Neel Sethi als Mogli ist der einzig reale Schauspieler in der Neuverfilmung. Für die Tiere konnten keine passenden Darsteller gefunden werden.
    foto: disney

    Neel Sethi als Mogli ist der einzig reale Schauspieler in der Neuverfilmung. Für die Tiere konnten keine passenden Darsteller gefunden werden.

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