Panama-Papers: Spaniens Industrieminister tritt zurück

15. April 2016, 10:07
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Abtritt im Sinne der Partei – Jose Manuel Soria weist allerdings weiterhin alle Anschuldigungen zurück

Madrid – Nach Vorwürfen im Zusammenhang mit den "Panama Papers"-Enthüllungen ist der spanische interimistischer Industrieminister José Manuel Soria zurückgetreten. Er wolle damit Schaden von der geschäftsführenden Regierung abwenden und die Bildung einer neuen Koalition nicht zusätzlich erschweren, erklärte Soria am Freitag.

Soria taucht nach spansichen Medienberichten in den Panama-Papers im Zusammenhang mit einer Briefkastenfirma in Papieren der panamaischen Anwaltskanzlei Mossack Fonseca auf. Der Minister der konservativen Volkspartei PP bestritt allerdings jegliches Fehlverhalten und hatte zunächst auch behauptet, dass sein Name in den Papieren aufgeführt sei, könne nur ein Fehler sein. Berichte, wonach bereits sein Vater mit Mossack Fonseca in Verbindung gestanden sein soll, brachten ihn dann allerdings wieder in Bedrängnis.

Eine Affäre zur Unzeit

Für Ministerpräsident Mariano Rajoy kommt der Fall zur Unzeit. Denn in Spanien zeichnet sich eine Neuwahl ab. Seit der Parlamentswahl im Dezember haben sich die Parteien nicht auf eine neue Regierung einigen können. Die PP führt zwar in Umfragen, wurde aber jüngst von mehreren weitere Korruptionsskandalen gebeutelt.

Sie haben dazu nur noch bis zum Ablauf der Frist am 2. Mai Zeit. Derzeit wird Spanien interimistisch von einer Interimsregierung aus Politikern der konservativen PP geführt, bis zu den Wahlen im Dezember die absolute Mehrheit gehalten hatte. (APA, 15.4.2016)

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