Venezuelas Präsident ruft Frauen zum Verzicht aufs Föhnen auf

15. April 2016, 07:27
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Um in der Energiekrise Strom zu sparen, will Nicolás Maduro auch die Zeitzone des Landes ändern

Caracas – Wegen der akuten Stromknappheit in Venezuela will Präsident Nicolás Maduro neben der Einführung einer Viertagewoche im öffentlichen Dienst auch die Uhrzeit umstellen. "Ich werde die Zeitzone ab dem 1. Mai ändern, um das Energiesparen im Land zu verstärken", verkündete der Sozialist am Donnerstag bei einer Rede in Caracas. Maduro rief die Frauen außerdem dazu auf, auf das Haareföhnen zu verzichten.

Derzeit ist Venezuela 6,5 Stunden hinter der Mitteleuropäischen Sommerzeit zurück – wie genau die Zeitzone geändert werden soll, will Maduro in den nächsten Tagen bekanntgeben. Zudem soll es kommende Woche für viele Bürger nur zwei Arbeitstage geben. Der Montag soll arbeits- und schulfrei sein, der Dienstag ist ein Feiertag, und der Freitag soll per Dekret wegen der Energieengpässe bis Juni ein arbeitsfreier Tag in der öffentlichen Verwaltung sein, auch in Privatunternehmen soll drastisch Energie gespart werden.

Wassermangel in wichtigstem Stausee

Auch in den größten Einkaufszentren soll mit "drastischen Maßnahmen" der Verbrauch gesenkt werden. Ziel sei, die Energieeinsparungen zu verdoppeln.

Hauptgrund für den außergewöhnlichen Notstand ist der Wassermangel im Stausee El Guri im Süden, dessen Wasserkraftwerk mehr als 60 Prozent des venezolanischen Energiebedarfs deckt. Maduro macht das Klimaphänomen El Niño für einen starken Temperaturanstieg verantwortlich, der den Wasserpegel im See sinken ließ.

Die Regierung trage allerdings eine Mitschuld an der Situation, sagt Henning Suhr, Leiter der Konrad-Adenauer-Stiftung in Venezuela. "In den vergangenen Jahren hat die Regierung keine neuen Stauseen und Kraftwerke in Betrieb genommen, obwohl die Bevölkerungszahl und somit der Konsum stetig gestiegen sind", sagte er einer Nachrichtenagentur. (APA, 15.4.2016)

  • Expräsident Hugo Chávez (li.) wird von viele weiter verehrt, er ließ 2007 im Protest gegen die USA die Zeit umstellen. Sein Nachfolger Nicolás Maduro (nicht im Bild) muss dies nun auch machen – allerdings nicht aus Protest, sondern wegen der Energiekrise.
    foto: apa / afp / federico parra

    Expräsident Hugo Chávez (li.) wird von viele weiter verehrt, er ließ 2007 im Protest gegen die USA die Zeit umstellen. Sein Nachfolger Nicolás Maduro (nicht im Bild) muss dies nun auch machen – allerdings nicht aus Protest, sondern wegen der Energiekrise.

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