Zahl der Todesopfer bei Beben in Japan auf neun gestiegen

15. April 2016, 20:13
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Mindestens 1.100 Menschen teils schwer verletzt

Tokio – Beim schwersten Erdbeben seit fünf Jahren in Japan sind mindestens neun Menschen ums Leben gekommen. Mindestens 1.100 Menschen wurden bei dem Beben im Südwesten Japans verletzt, mehr als 50 davon schwer, wie die Einsatzkräfte am Freitag bekannt gaben.

Zehntausende Anrainer brachten sich in Notunterkünften in Sicherheit, viele verbrachten die Nacht unter freiem Himmel. Etwa 3.000 Einsatzkräfte von Polizei, Militär und Feuerwehr waren im Einsatz.

Am Freitag erschütterte ein Nachbeben Japan. Die US-Erdbebenwarte USGS sprach am Freitag von einem Beben der Stärke 7,0. Der Zeitpunkt des Bebens wurde mit Samstagmorgen 01.25 Uhr Ortszeit (Freitag 18.25 Uhr MESZ) angegeben. Bei einem Beben der Stärke 6,5 waren am Donnerstag mindestens neun Menschen ums Leben gekommen und rund 900 weitere verletzt worden.

Die japanische Meteorologiebehörde gab nach den erneuten Erdstößen zunächst eine Tsunami-Warnung für die Westküste der Kyushu-Insel aus, die aber nach kurzer Zeit wieder aufgehoben wurde. Das Epizentrum lag südlich der Großstadt Kumamoto.

Fabriken abgestellt

Rund zwei Dutzend Wohnhäuser sowie Betonmauern stürzten ein, stellenweise brachen Feuer aus. In Tausenden Häusern fiel die Strom- und Wasserversorgung aus.

Mehrere große Unternehmen wie die Autobauer Toyota und Honda und der Elektronikriese Panasonic stellten vorübergehend ihre örtlichen Fertigungslinien ein. Fernsehbilder zeigten aufgerissene Straßen, der Bahn- und Flugverkehr wurde zeitweise beeinträchtigt, in einzelnen Geschäften verwüstete das Erdbeben die Ladeneinrichtungen.

Mehr als 120 Nachbeben

Seit dem Beben der Stärke 6,5 vom Donnerstagabend gegen 21.30 Uhr (Ortszeit) wurde die Region allein bis zum nächsten Morgen von mehr als 120 teils starken Nachbeben heimgesucht. Das Beben hatte sich zehn Kilometer unter der Erdoberfläche ereignet und erreichte auf Japans Erdbebenskala die höchste Stufe 7. Es war das erste Mal, dass eine Erschütterung diese Stärke erreichte, seitdem ein Erdbeben im März 2011 den Nordosten verwüstet und einen gewaltigen Tsunami ausgelöst hatte. Rund 18.500 Menschen starben damals. Im Atomkraftwerk Fukushima Daiichi kam es zu Kernschmelzen.

Beim diesmaligen Beben im Südwesten des Inselreiches blieben die dortigen Reaktoren nach Angaben der Betreiber unversehrt. Eine Tsunami-Gefahr bestand nicht. Das Zentrum der Erschütterung lag in Kumamoto, rund 900 Kilometer südwestlich der Hauptstadt Tokio. Dort beschädigte das Beben auch eine berühmte Samurai-Burg schwer.

Während die Meteorologische Behörde auch für die nächsten Tagen vor weiteren schweren Nachbeben warnte, begannen die Menschen zügig mit den Aufräumarbeiten. Einsatzkräfte bemühten sich unter Hochdruck, die unterbrochenen Strom- und Wasserleitungen wieder herzustellen. Japan ist eines der am stärksten von Erdbeben gefährdeten Länder der Welt. (APA, 15.4.2016)

  • Eingestürztes Haus in Mashiki
    foto: reuters/kyodo

    Eingestürztes Haus in Mashiki

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