Stiftung will "We Shall Overcome" von Copyright-Fesseln befreien

14. April 2016, 17:04
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Zwei New Yorker Firmen beanspruchen Urheberrechte für weltberühmten Protestsong

Die Hymne der US-Bürgerrechtsbewegung "We Shall Overcome" (Wir werden es überwinden) soll nicht länger durch Urheberrechte geschützt werden. Nachdem sie schon das Lied "Happy Birthday to You" von der Lizenzpflicht befreiten, will eine Anwaltsfirma nun auch "We Shall Overcome" für die Öffentlichkeit frei nutzbar machen, wie einer der Anwälte, Randall Newman, am Mittwoch der AFP bestätigte.

Stiftung

Der Auftrag kommt von der christlichen Stiftung "We Shall Overcome", die sich für Straßenkinder in Brasilien einsetzt. Die Organisation aus Kalifornien will das Lied in einer Dokumentation verwenden. Doch hätten die New Yorker Verlagshäuser Richmond Organization und Ludlow Music Strafen von 150.000 Dollar (130.000 Euro) angedroht, sollte die Stiftung deren Urheberrechte verletzen, sagte Newman.

Seiner Klage zufolge hat die Hymne ihren Ursprung in den afroamerikanischen Gospels, der ursprüngliche Text lautete "We Will Overcome Some Day" (Wir werden es eines Tages überwinden). Ludlow Music beantragte 1960 und 1963 das Urheberrecht unter Bezug auf die Version des Folk-Sängers Peter Seeger, der aus dem "Will" das "Shall" gemacht haben soll. Den Anwälten zufolge reicht das nicht aus, um noch heute das Copyright zu beanspruchen.

Proteslied

Der Song ist zu einem der berühmtesten Protestlieder weltweit geworden und spielte in der US-Bürgerrechtsbewegung eine zentrale Rolle. Er brachte die Sehnsucht und die Hoffnung auf den Punkt, den Rassismus zu überwinden. "We Shall Overcome" werde auch heute noch im US-Kongress gesungen, der demokratische Präsidentschaftsanwärter Bernie Sanders habe eine Version davon aufgenommen, sagte Anwalt Newman, um den Allgemeingut-Charakter zu unterstreichen. Es sei illegal, für die Nutzung eine Lizenz oder Gebühren zu verlangen.

Seiner Firma war es im Februar schon gelungen, "Happy Birthday To You" von den Copyright-Fesseln zu befreien. Der Verlag Warner/Chappell Music hatte von den Machern einer Dokumentation 1.500 Dollar für die Verwendung des wohl meistgesungenen Songs überhaupt verlangt. Die Dokumentaristen weigerten sich, klagten gegen die Forderung und setzten sich durch. (APA, 14.4.2016)

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