Gehaltssprung für BP-Chef sorgt für Ärger

14. April 2016, 14:26
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Während der britische Energiekonzern Riesenverluste einfährt, sollen am Lohnzettel des BP-Chefs 20 Prozent mehr stehen

London – Aktionäre des britischen Energiekonzerns BP kritisieren die satte Gehaltserhöhung für Vorstandschef Bob Dudley trotz eines Riesenverlusts im vergangenen Jahr. Dudleys Bezüge – Gehalt, Bonus, Aktien und Pensionsansprüche – für 2015 wurden um 20 Prozent im Vergleich zum Vorjahr angehoben; er soll 13,8 Mio. Pfund (17,4 Mio. Euro) bekommen. Dabei war BP im vergangenen Jahr wegen des niedrigen Ölpreises tief in die roten Zahlen gerutscht und knapp 6 Mrd. Euro Minus gemacht.

Protest der Aktionäre

Vor der Hauptversammlung am Donnerstag kündigten Aktionäre an, sie würden gegen die Gehaltsanhebung für Dudley stimmen. Allerdings wäre das nur symbolisch, denn das Votum der Aktionäre ist für die Geschäftsführung nicht bindend. Die Anteilseigner hatten 2014 beschlossen – damals verpflichtend -, Dudleys Pensionsansprüche zu verdoppeln. Sie stimmen alle drei Jahre über die Vergütungsstruktur ab.

Dieses Jahr ist das nicht vorgesehen – doch mehrere institutionelle Aktionäre wie die Vermögensverwaltung Royal London Asset Management kündigten an, sie würden trotzdem gegen das dicke Plus für Dudley stimmen. Eine Gehaltserhöhung sei einfach ein schlechtes Signal.

Die Lobbygruppe Institute of Directors (IoD) mahnte, die Meinung der Aktionäre zu berücksichtigen. Zwar werde BP nicht schlecht gemanagt, sondern leide nur wie alle Unternehmen der Branche unter dem niedrigen Ölpreis. "Doch der Kodex der guten Unternehmensführung sei glasklar: Die Vergütung soll direkt von der Leistung abhängen", sagte IoD-Vorsitzender Simon Walker. (APA, 14.4.2016)

  • BP schreibt für 2015 Verluste, Firmenchef Dudley kann sich über ein dickes Gehaltsplus freuen.
    foto: reuters/benoit tessier

    BP schreibt für 2015 Verluste, Firmenchef Dudley kann sich über ein dickes Gehaltsplus freuen.

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