Lugner-Relevanzstudien für ORF-Radios nicht relevant

14. April 2016, 09:49
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Amon: "Wir gehen mit Lugner so um wie mit allen anderen Kandidaten" – Frage der Relevanz "stellt sich bei uns nicht. Wir haben es da leichter, wir haben genug Sendegefäße"

Wien – Für die ORF-Radios ist die Relevanz des Bundespräsidentschaftskandidaten Richard Lugner nicht von Relevanz. "Wir gehen mit Lugner so um wie mit allen anderen Kandidaten. Über alle Kandidaten wird journalistisch korrekt und ausgewogen berichtet, Sonderbehandlungen gibt es für niemanden", sagte ORF-Radiodirektor Karl Amon.

Der Umgang des ORF mit Lugner hatte zuletzt für Diskussionen gesorgt, weil der öffentlich-rechtliche Sender den Bewerber um das höchste Amt im Staat nicht zu den TV-Duellen "2 im Gespräch" eingeladen hatte. Der ORF begründete seine Entscheidung mit journalistischer Relevanz, stützte sich auf Studien zweier Meinungsforschungsinstitute und musste für diese Entscheidung einiges an Kritik einstecken. Der Sender mache damit selbst Politik, so der Vorwurf. Lugner kündigte eine Beschwerde bei der KommAustria an.

Vor den Kurzduellen am Donnerstagabend wies der ORF noch einmal darauf hin, dass Lugners Kandidatur seit Jahresbeginn "breiter Raum" in der aktuellen Berichterstattung eingeräumt wurde. Abseits von Society-Berichterstattung und Unterhaltungssendungen listete der ORF insgesamt 68 Formate auf, in denen der Baumeister als Diskussionsteilnehmer oder mit Statement vertreten war.

"Genug Sendegefäße"

Für die ORF-Radios ist Lugners Relevanz unterdessen kein Thema, wie Radiodirektor Amon erläuterte. "Die Frage stellt sich bei uns nicht, denn das ist bei uns auch nicht notwendig. Wir haben es da leichter, wir haben genug Sendegefäße", so Amon. Während Lugner also Donnerstagabend nicht ins "2 im Gespräch"-Studio auf den Küniglberg darf, absolvierte er in der Früh – wie zuvor schon andere Präsidentschaftskandidaten – im Ö3-Studio in Heiligenstadt eine Telefonstunde mit den Hörern des Radios.

Auf die Gleichbehandlung der Präsidentschaftskandidaten weist auch ORF-Radio-Chefredakteur Hannes Aigelsreiter hin. "Die Kandidaten, die 6.000 Unterstützungserklärungen geschafft haben, bekommen bei uns die gleichen Auftrittsmöglichkeiten in den gleichen Sendegefäßen. Das gilt für Ö3 genauso wie für die Ö1-Journale", sagte Aigelsreiter der APA. Die Sendedauer kann allerdings variieren. "Die Länge der Interviews richtet sich nach der Qualität der Aussagen", so der Chefredakteur. Neben Interviews in diversen Formaten laufen auch Reportagen und Porträts zu den Kandidaten. Duelle und Elefantenrunden gibt es in den ORF-Radios indes nicht. (APA, 14.4.2016)

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