Android N: Zweite Preview bringt einen Hauch "3D Touch"

14. April 2016, 07:53
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Neue 3D-Schnittstelle Vulkan und zusätzliche Emojis – Task Switcher erhält "Clear All"-Eintrag

Fünf Wochen nach der Freigabe der ersten Preview Release für Android N liefert Google nun die zweite Testversion für seine kommende Betriebssystemgeneration. Und wie zu erwarten bringt diese noch so manche wichtige Verbesserung mit sich.

Vulkan

Die Developer Preview 2 integriert das neue 3D Rendering API Vulkan, das erst vor einigen Wochen in der Version 1.0 veröffentlicht wurde. Im Vergleich zum bisher genutzten OpenGL ES ist Vulkan deutlich reduzierter und hardwarenäher gehalten. Zudem ist es von Grund auf auf die Nutzung mehrerer Kerne optimiert. Durch dieses Design soll Vulkan eine signifikant bessere Performance als OpenGL ES bieten, was vor allem Spielentwickler erfreuen dürfte. Vorreiter in der Android-Welt hat übrigens Samsung gespielt, bei dessen Galaxy S7 Vulkan bereits unterstützt wird. Apple hat seit einiger Zeit mit Metal ein 3D-API, das ähnliche Ziele verfolgt, bei Vulkan handelt es sich aber um einen offenen, plattformübergreifenden Standard.

Launcher Shortcuts

Unter dem Namen Launcher Shortcuts verpasst Google Android eine Prise "3D Touch" – allerdings ohne die Hardwarekomponente von Apples Lösung. Nach Ausführen einer Geste über dem jeweiligen Launcher-Icon sollen die Nutzer künftig zusätzliche Aktionen zu einer App angeboten bekommen. Welche das sind, bestimmen die Entwickler selbst, bis zu fünf Einträge sind hier möglich.

Detailanpassungen in der zweiten Preview: Die Home-Screen-Folder haben einen neuen Stil, die Benachrichtigungen sind etwas geräumiger als bei der ersten Testversion und es lassen sich nun getrennte Hintergrundbilder für Home- und Lock-Screen festlegen.

Beispiele

Als Beispiel nennt man etwa einen Link, um schnell eine Nachricht an eine oft kontaktierte Person verschicken zu können. Auch eine Art Mini-Steuerung für einen Video-Player oder das Laden des letzten Speicherstands bei einem Spiel wären denkbar. Zudem soll es den Nutzern möglich sein, all dieses Shortcuts auch fix im Launcher verankern zu können. Damit erinnert es zum Teil auch an Funktionalität, die es bei alternativen Launchern in der Android-Welt bereits gibt. Der Google-Ansatz ist bisher aber leider nur für Entwickler interessant, im Now Launcher funktioniert all dies derzeit nämlich noch nicht.

Emojis

Mit der neuen Testversion bekommt Android N die Anfänge der Unterstützung für Unicode 9, und dies bedeutet vor allem: Eine Reihe neuer Emojis ist hinzugekommen. In der aktuellen Version beschränkt sich dies auf einige Personendarstellungen – darunter ein "Face Palm"-Emoji – sowie zusätzliche Aktivitäten. Zudem bringt der Unicode-9-Support auch die Unterstützung für unterschiedliche Hauttöne, wie sie bei anderen Betriebssystemen bereits verfügbar sind.

grafik: google
Einige der neuen Emojis in der Developer Preview 2 von Android N

Vermischtes

Mit der Preview 2 reagiert Google auf einen immer wieder geäußerten User-Wunsch: Im Task Switcher wurde ein "Clear All"-Knopf hinzugefügt, mit dem diese Liste vollständig geleert werden kann. Die Folder am Homescreen präsentieren sich jetzt in einem neuen Design, darüberhinaus wurde weiter am mit der ersten Testversion durchgeführten Redesign der Benachrichtigungen gefeilt. Diese sind jetzt wieder etwas geräumiger gestaltet.

Ebenfalls neu ist die Möglichkeit getrennte Bildschirmhintergründe für Home- und Lock-Screen festzulegen. Und in der Kamera-App gab es kleinere Designanpassung, beim Nexus 6P ist außerdem ein weiterer Menüeintrag hinzugekommen, um schneller den Slow-Motion-Videomodus zu erreichen.

screenshot: andreas proschofsky / standard
Was viele Dritthersteller schon bieten, holt nun auch Google nach: Ein Knopf zum Aufräumen der Task-Liste.

Beta

Zu all dem kommen noch zahlreiche Bugfixes – etwa an der Mehrfensterunterstützung, die nun Videos in einem zweiten Fenster nicht mehr automatisch pausiert – sowie Feinschliff an den neuen Programmierschnittstellen von Android N. Die aktuelle Version ist übrigens die erste, die Google als Beta versteht, die erste Preview wurde noch als Alpha klassifiziert. Finale APIs für App-Entwickler soll es dann im Juni mit der Preview 4 geben, der noch eine weitere Testversion folgen soll, bevor die finale Version freigegeben wird.

Verfügbarkeit

Die zweite Developer Preview ist wie schon die erste für Nexus 6P, Nexus 5x, Nexus 6, Nexus 9, Pixel C und das General Mobile 4G verfügbar. Teilnehmer des Android Beta-Programms sollen das Update auf die neue Testversion in Kürze erhalten, so sie nicht ohnehin schon beliefert worden sind. Eine Ausnahme bildet das Android-TV-Gerät Nexus Player, hier soll das Update erst in einigen Tagen folgen. Die nächste Testversion sollte Mitte Mai veröffentlicht werden – und damit knapp vor Googles I/O-Konferenz. (Andreas Proschofsky, 14.4.2016)

  • Eines der Highlights von Android N: Der Split-Screen-Support wurde mit der zweiten Preview weiter verbessert.
    foto: andreas proschofsky / standard

    Eines der Highlights von Android N: Der Split-Screen-Support wurde mit der zweiten Preview weiter verbessert.

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