Fondsbranche gibt sich aktiv und nachhaltig

18. April 2016, 08:00
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Neuerdings vergibt das Analysehaus Morningstar der Fondsbranche bzw. einzelnen Produkten auch Ratings für Nachhaltigkeit

Wien – Für die Fondsbranche ist der Wonnemonat heuer bereits im April. Zumindest in Österreich, denn noch vor dem Weltfondstag, den die Branche am 19. des Monats begeht, wurden die erfolgreichsten Fonds samt ihren Managern sowie die besten Fondsgesellschaften vor den Vorhang geholt. Veranstaltet wurde die Preisverleihung vom Analysehaus Morningstar, das diese sogenannten Fund Awards seit 2008 in Österreich durchführt.

Im Zuge dessen wurde nicht nur der jeweilige Klassenprimus ermittelt, sondern auch die Erweiterung des Produktportfolios des Fondsdienstleisters um ein Nachhaltigkeitsrating vorgestellt. "Wir sehen, dass das verwaltete Vermögen in diesem Bereich weltweit wächst", begründete Werner Hedrich, der das Morningstar-Geschäft in Deutschland und Österreich leitet, diesen Schritt.

Es sind vor allem Pensionsfonds und Versicherungen, die das Geld ihrer Kunden bevorzugt in Unternehmen und Fonds anlegen, die Nachhaltigkeitskriterien erfüllen. Morningstar hat in Kooperation mit dem Analysehaus Sustainalytics Werkzeuge zum Überprüfen von Firmen und Fonds hinsichtlich Einhaltung ethisch-moralischer und nachhaltiger Standards entwickelt.

Best-in-Class-Ansatz

Sie schließen keine Unternehmen oder Sektoren von vornherein aus, sondern machen Rankings innerhalb der jeweiligen Branche (Best-in-Class-Ansatz).

Im Zuge der Preisverleihung wurde auch das heikle Thema "Active Share" angerissen, eine Kennzahl, die gewissermaßen den aktiv gemanagten Anteil eines Fonds messen soll.

Ein Portfolio mit einem Aktivitätsgrad von null Prozent weist keine Abweichung vom Vergleichsindex auf, ein Active Share von 100 Prozent stimmt in keinerlei Hinsicht mit dem Index überein.

Dazu präsentierte Morningstar-Analystin Natalia Wolfstetter die Ergebnisse einer Studie, der zufolge bloß ein Fünftel von 450 betrachteten Europa-Aktienfonds einen Active Share von weniger als 60 Prozent aufweist. "Man sieht, dass seit 2006 die aktiven Fonds besser abgeschnitten haben als die weniger aktiven", erläutert Wolfstetter die Auswirkungen der Studie hinsichtlich der Performance-Erwartungen. Was ihrer Ansicht nach auch durch die Ergebnisse der heurigen Fund Awards bestätigt wird: "Unsere Gewinner sind durchwegs aktive Fonds, die aber auch ihre Risiken gut im Griff haben." (stro, aha, 18.4.2016)

  • Die ausgezeichneten Fondshäuser sowie die Manager einzelner Produkte zeichnen sich laut dem Analysehaus Morningstar dadurch aus, dass sie ihre Portfolios überdurchschnittlich aktiv verwalten.
    foto: standard/regine hendrich

    Die ausgezeichneten Fondshäuser sowie die Manager einzelner Produkte zeichnen sich laut dem Analysehaus Morningstar dadurch aus, dass sie ihre Portfolios überdurchschnittlich aktiv verwalten.

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