Walesa zweifelt an Echtheit seiner Geheimdienstakte

13. April 2016, 15:11
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"Bolek"-Akte soll Friedensnobelpreisträger als geheimen Informant identifizieren

Warschau – Der frühere polnische Arbeiterführer Lech Walesa hat am Mittwoch im Archiv des Nationalen Gedenkens (IPN) in Warschau seine Geheimdienstakte untersucht, in der er angeblich als geheimer Informant mit dem Decknamen "Bolek" identifiziert wird. Walesa habe die Echtheit der Dokumente bestritten, sagte IPN-Staatsanwalt Janusz Romanczuk anschließend.

Der Friedensnobelpreisträger selbst wollte seinen rund dreistündigen Besuch im IPN nicht kommentieren. Die Behörde ist für die Aufarbeitung der kommunistischen Vergangenheit Polens zuständig. Walesa sei als Zeuge vernommen worden, sagte Romanczuk. Nun solle die "Bolek-Akte" von Sachverständigen und Schriftgutachtern geprüft werden.

Die Akte mit der angeblichen Geheimdienstverpflichtung Walesas war im Februar aus dem Privatarchiv des verstorbenen früheren Innenministers General Czeslaw Kiszczak an das IPN gelangt. Walesa bestritt, ein bezahlter Informant gewesen zu sein oder andere Bürgerrechtler bespitzelt zu haben. Ein Gericht hatte im Jahr 2000 geurteilt, dass Walesa die Wahrheit über seine Vergangenheit gesagt hatte. Zuvor war in einem Buch behauptet worden, Walesa habe als "Bolek" mit dem kommunistischen Sicherheitsdienst gearbeitet. (APA, 13.4.2016)

  • Lech Walesa (hier bei einer Pressekonferenz Ende Februar) glaubt nicht, dass die Dokumente in seiner Geheimdienstakte echt sind.
    foto: reuters/rafal malko/agencja gazeta

    Lech Walesa (hier bei einer Pressekonferenz Ende Februar) glaubt nicht, dass die Dokumente in seiner Geheimdienstakte echt sind.

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