Tablet-Schulter und Co: Was tun gegen Office-Krankheiten?

17. April 2016, 14:00
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Den Maus-Arm gibt es schon länger, neue elektronische Geräte haben auch neue körperliche Beschwerden mit sich gebracht. Tipps und Tricks dagegen

Beim Surfen im Netz – ob am Monitor, Tablet oder Smartphone – kann man sich leicht verlieren. Dass man gerade dasitzt wie Quasimodo oder viel zu wenig blinzelt, bemerkt man dann gar nicht. Dadurch, dass auch im Berufsleben elektronische Geräte oft eine Hauptrolle spielen, sind die Beschwerden durch diese auch als "Office-Krankheiten" bekannt. Aber welches Gerät verursacht welche Schmerzen?

foto: istock

Der Mausarm

Es mag einem zwar gar nicht so vorkommen, aber wie die Hand auf der Maus liegt, ist keine natürliche Haltung – die betroffenen Muskelpartien sind vielmehr verkrampft, denn sie sind eigentlich für Dynamik gemacht. Die Folge ist eine verschlechterte Durchblutung, die Bindegewebsstrukturen, die den Muskel umhüllen, verhärten, die Gelenke verlieren an Beweglichkeit. Der Mausarm macht sich meist durch Muskelverspannungen oder Kribbeln bemerkbar. Auf Dauer kann die Fehlhaltung Sehenentzündungen in Handgelenk und Ellenbogen auslösen.

Was hilft: Regelmäßig Pausen machen und den Arm in Bewegung halten, zum Beispiel mit Kreisbewegungen oder Fingerübungen. Jeder Positionswechsel tut den Muskeln und Gelenken gut. Außerdem gibt es ergonomische Mäuse und Handauflagen aus Silikon, für eine bessere Haltung.

Die Tablet-Schulter

Weil das Tablet in den meisten Fällen auf dem Tisch oder auf den Oberschenkeln liegt, sitzt man mit nach vorne hängenden Schultern und gekrümmter Wirbelsäule da. Meist passiert das unbemerkt, nach einigen Monaten können sich aber Auswirkungen bemerkbar machen: Die Brustmuskulatur wird verkürzt, die Rücken- und Schultermuskulatur überdehnt. Auch hier drohen auf Dauer Entzündungen der Sehnen, manchmal bilden sich zudem Kalkeinlagerungen.

Was hilft: Wenn das Tablet auf einem Stativ steht ist der Winkel viel besser, die Haltung wird aufrechter. All jenen die regelmäßig mit Tablets arbeiten wird empfohlen die betroffenen Muskelpartien zwischendurch zu stärken.

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Der Smartphone-Nacken

Laut dem New Yorker Wirbelsäulenspezialist Kenneth Hansraj neigen wir den Kopf um etwa 60 Grad, wenn wir in unsere Smartphones starren. Klingt harmlos, erhöht den Druck auf die Wirbelsäule aber um etwa 30 Kilo. Das Resultat sind Nacken- und Kopfschmerzen, aber auch ein Ziehen in Armen und Händen und angeblich sogar Verdauungs- und Atemprobleme verursachen, denn der Nacken- und Halsbereich ist mit den vielen Muskeln, Nerven, der Luft- und Speiseröhre auf engem Raum besonders sensibel.

Was hilft: Den Kopf sollte man möglichst gerade halten, eher nach hinten lehnen, als nach vorne. Denn sonst passiert das gleiche wie bei der Tablet-Schulter.

Der Scroll-Daumen

Früher sprach man vom SMS-Daumen, heute brauchen wir den Finger am Smartphone für sehr viel mehr, täglich ist er zusammengerechnet mehrere Stunden im Einsatz. Der Haken an der Sache: Anatomisch ist der Daumen gar nicht für diese Bewegungen gemacht. Wer sich schon einmal über Daumenschmerzen gewundert hat, hat hier die Antwort dafür.

Was hilft: Bedient man Smartphone oder Tablet beidhändig kommt es schon mal zu einer Entlastung. Wie auch bei den anderen Bürokrankheiten empfiehlt sich aber auch hier, die Muskeln und Gelenke mit Übungen zu lockern: Daumen kreisen, die Hand zur Faust ballen und wieder lockern zum Beispiel.

Das Office-Eye-Syndrom

Auch als Gamer-Auge bekannt, ist hier vor allem die Bindehaut- und Hornhautoberfläche betroffen, denn die Lidschlagfrequenz nimmt beim Blick auf Monitore ab – von 20 Schlägen pro Minute auf etwa sieben. Die Beschwerden können von trockenen Augen bis zur Bindehautentzündung reichen.

Was hilft: Zunächst sollte man natürlich darauf achten, möglichst oft zu blinzeln. Außerdem ist es empfehlenswert, dass der Abstand zwischen Monitor und Augen mindestens 50 Zentimeter betragen sollte. Außerdem sollte der Bildschirm wenn möglich seitlich zur Lichtquelle bzw. zum Fenster stehen. Viel Wasser zu trinken und frische Luft fördern außerdem die Produktion von Tränenflüssigkeit. (lhag, 17.4.2016)

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