Drama um "Grand Theft Auto": Rockstar-Gründer klagt Hersteller auf 150 Millionen Dollar

13. April 2016, 12:00
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Hersteller und Partner sollen Ex-Präsidenten Leslie Benzies hintergangen und um Profite betrogen haben

Rockstar Games-Mitbegründer Leslie Benzies verklagt Herausgeber Take-Two Interactive auf 150 Millionen Dollar. Der ehemalige Präsident des "Grand Theft Auto"-Herstellers Rockstar North behauptet, das Gründer-Brüderpaar Sam und Dan Houser und Mutterkonzern Take-Two hätten ihn hintergangen, in dem sie ihn während seines sechsmonatigen Sabbatical – beginnend am 1. September 2014 – ohne ihn zu informieren entlassen hätten. Dadurch seien ihm Einnahmen in der Höhe von 150 Millionen Dollar entgangen.

Hintergangen

In einem Schreiben von Benzies Anwälten wird den Parteien Take-Two, Rockstar, Rockstar North Ltd, Sam Houser und Dan Houser vorgeworfen, Benzies Auszeit und Entlassung geplant zu haben, um ihn nicht nur um seine Position sondern auch die Profitzahlungen zu bringen, die bis dahin immer zu gleichen Teilen unter den drei Gründern aufgeteilt wurden.

Benzies Anwalt Christopher Bakes zufolge habe Sam Houser Benzies vor dessen Sabbatical in E-Mails seine volle Unterstützung ausgesprochen und ihn im Glauben gelassen, dass alles im Lot sei. Houser hätte ihn weiters dazu ermutigt, eine Auszeit zu nehmen, "um seine Batterien wieder aufzutanken".

Vor die Tür gesetzt

Als Benzies am 1. April 2015 ins Studio zurückkehrte, stand er vor verschlossenen Türen und wurde nach Betreten des Büros in Begleitung des Sicherheitspersonals vom Management angewiesen, die Räumlichkeiten zu verlassen. Rockstar hatte der Klage zufolge zudem gelogen, in dem man gegenüber der Öffentlichkeit erklärte, Benzies hätte sich dazu entschieden, nicht zu seinem Job zurückzukehren. Benzies arbeitete bis zu diesem Zeitpunkt fast 20 Jahre für Rockstar.

Die Höhe der eingeklagten Summe errechnet sich durch die Monate, in denen Benzies abwesend war. In diesen sechs Monaten hätte er keinen Cent an Profitzahlungen erhalten. Währenddessen hätten die Houser-Brüder mindestens 93 Millionen Dollar erhalten, wobei der Verbleib von weiteren 523 Millionen Dollar an Profiten bis heute nicht geklärt sei.

Milliardengeschäft

Die enormen Profite in besagter Zeit sind vorwiegend dem jüngsten Werk Rockstars "Grand Theft Auto 5" zuzuschreiben. Laut den öffentlich einsehbaren Gerichtsakten habe das Gangsterepos bis heute rund drei Milliarden Dollar eingespielt.

Stellungnahme

In einer Stellungnahme gegenüber der Seite Venturebeat wies Hersteller Rockstar Games Benzies Vorwürfe zurück. Demzufolge habe man mehrmals versucht, die Angelegenheit vor und nach Benzies Weggang amikal zu lösen. Die Anschuldigungen seien "ohne Grundlage und in vielen Punkten bizarr". "Leslie Benzies war jahrelang ein geschätzter Mitarbeiter unseres Unternehmens", schreibt Rockstar. "Leider gründeten die Ereignisse, die zu seiner Kündigung führten, in seinen signifikanten Leistungs- und Führungsproblemen." Der Hersteller sei weiters zuversichtlich, die Angelegenheit im Sinne von Rockstar lösen zu können. (zw, 13.4.2016)

Update 12:00 Uhr: Stellungnahme von Rockstar Games

  • Die drei Protagonisten von "Grand Theft Auto 5"
    foto: grand theft auto 5

    Die drei Protagonisten von "Grand Theft Auto 5"

  • Lezlie Benzies (li.) und Dan Houser bei der Aufnahme in die "Hall of Fame" durch die Academy of Interactive Arts & Sciences (AIAS) im Jahr 2014.
    foto: the academy of interactive arts & sciences (aias)

    Lezlie Benzies (li.) und Dan Houser bei der Aufnahme in die "Hall of Fame" durch die Academy of Interactive Arts & Sciences (AIAS) im Jahr 2014.

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