WLAN im Flugzeug

    14. April 2016, 17:10
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    Verbindung zu den Liebsten oder Störung für Bordelektronik

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    Pro
    von Ljubisa Tosic

    Beim gleißenden Licht am Tunnelende könnte es sich um Sonnenschein handeln. Keinesfalls ausgeschlossen ist jedoch, dass Lichter einen rasenden Gegenzug ankündigen. Eine im Flugzeug betende Stewardess mag auf tiefen Glauben hindeuten. Es könnte sich jedoch ebenso um das Schlussgebet eines Profis handeln, der das nahende Ende seiner Passagiere vorausahnt.

    Also: Dein Finale kommt zwar unausweichlich, zumeist aber eher unerwartet. Der Sensenmann schickt dir keine Mail, keine SMS; er kündigt sich nicht auf Facebook freundlich an. Besser, du bleibst also WLAN-mäßig in Verbindung mit jenen, die dir nahestehen – du kannst alles loswerden. Das Losungswort fürs Sparbuch. Dein Testament. Vergebung. Bekenntnis. Beichte.

    Die Technik macht es möglich. Hast du Glück und überlebst, blickst du immerhin auf eine Tätigkeit zurück, die deine Beziehung zu den Liebsten vertieft hat. Das Ableben ist eben zeitlich unberechenbar; und eine betende Stewardess nicht immer ein schlechtes Zeichen. Über den Wolken gibt es mannigfache Formen des Zeitvertreibs.

    Kontra
    von Mia Eidlhuber

    Sagen wir es so: Es gibt für mich angenehmere Plätze, meine Zeit zu verbringen, als ein Flugzeug. Damit unterscheide ich mich deutlich von Freundin K., die, als es auf einem gemeinsamen Flug ganz schön turbulent ruckelte, zu mir sagte: "Wo bitte sollen wir dagegenfahren?" Das war jetzt nicht meine allergrößte Angst.

    Apropos Angst: Alles, was eine höchst komplizierte Bordelektronik auch nur annähernd stören könnte, ist in 10.000 Meter Höhe zu unterlassen. Auch wenn sämtliche Studien in Zukunft alle elektronischen Freiheiten an Bord für unbedenklich halten mögen: Die Nutzung mobiler Endgeräte muss untersagt bleiben.

    Außerdem: Wo kommen wir bitte hin? Denken Sie nur an das Geklingel, Getippe und Geschnatter, die erhellten Displays allerorts, wenn andere ihre Ruhe haben und schlafen wollen. Es reicht doch – in Zügen, in Restaurants oder auch schon im Theater, wo Menschen es nicht schaffen, einmal 90 Minuten offline zu sein. Also zumindest über den Wolken: bitte abschalten. Aber um Himmels willen, nur nicht die Motoren! (RONDO, 15.4.2016)

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