Gegen Trump: Republikaner Paul Ryan schließt Antritt als Ersatzkandidat aus

12. April 2016, 21:58
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Ryan beendet Spekulationen über sein mögliches Antreten: "Ich möchte nicht für unsere Partei kandidieren." Sanders liegt laut neuer Umfrage gleichauf mit Clinton

Washington – Paul Ryan, Präsident des US-Abgeordnetenhauses und politisches Schwergewicht der Republikaner, hat eine Präsidentenkandidatur ausgeschlossen. "Ich möchte nicht für unsere Partei kandidieren und werde auch keine Kandidatur annehmen", sagte Ryan am Dienstag in Washington. Er wolle damit alle Spekulationen ein für alle Mal beenden.

In Kreisen der republikanischen Partei war zuvor der Wunsch laut geworden, dass Ryan als Präsidentenkandidat antritt. Hintergrund sind Zweifel, dass weder der umstrittene Bewerber Donald Trump noch dessen erzkonservativer Mitkonkurrent Ted Cruz im November die Präsidentenwahl gewinnen können.

Als unverbrauchter Kandidat für die Kampfabstimmung

Sollten weder Trump noch Cruz im laufenden Vorwahlkampf die notwendigen 1.237 Delegiertenstimmen bekommen, zeichnet sich auf dem Republikaner-Parteitag im Juli in Cleveland (Ohio) eine Kampfabstimmung ab. Dann hätte Ryan nach Vorstellung seiner Anhänger den Hut in den Ring werfen sollen. Ryan stellte jedoch klar, dass aus seiner Sicht nur Präsidentenkandidat werden dürfe, wer auch am Vorwahlkampf teilgenommen habe.

Ryan gilt als politisches Schwergewicht in seiner Partei. Sein Aufstieg war eng mit dem Machtzuwachs der erzkonservativen Tea-Party-Bewegung verbunden. Seit Ende Oktober 2015 ist Ryan Präsident des Abgeordnetenhauses. Zuvor leitete er den mächtigen Budgetausschuss. Bei der Präsidentenwahl 2012 trat Ryan an der Seite von Mitt Romney als Vizepräsidentschaftskandidat an.

Clinton und Sanders landesweit bei 48 Prozent

Im Kampf um die demokratische Präsidentschaftskandidatur ist der linke Rivale von Ex-Außenministerin Hillary Clinton, Bernie Sanders, weiterhin im Aufwind. Eine neue Umfrage von Reuters/Ipsos unter 720 repräsentativ ausgewählten Demokraten sieht beide landesweit bei 48 Prozent. In New York, wo am 19. April die nächste Vorwahl stattfindet, liegt Clinton allerdings weiter in Führung.

Zudem könnte Sanders' neuerlicher Höhenflug für ihn zu spät kommen. Clinton hat bereits bei bisherigen Vorwahlen und vor allem unter den ungewählten "Superdelegierten" so viele Delegiertenstimmen gesammelt, dass es für den Senator aus Vermont mathematisch äußerst schwierig erscheint, ihren Vorsprung noch einzuholen. (APA, 12.4.2016)

  • Paul Ryan will – so sagt er zumindest – nicht statt Donald Trump republikanischer Präsidentschaftskandidat werden.
    foto: ap / applewhite

    Paul Ryan will – so sagt er zumindest – nicht statt Donald Trump republikanischer Präsidentschaftskandidat werden.

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