Bombe tötete zwei Soldaten im kurdischen Südosten der Türkei

12. April 2016, 21:42
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Von Syrien aus abgefeuerte Raketen schlagen in türkischer Grenzstadt ein

Diyarbakir – Bei einem Bombenanschlag im kurdisch geprägten Südosten der Türkei sind zwei Soldaten getötet worden. Wie der türkische Regierungschef Ahmet Davutoglu am Dienstag mitteilte, wurden bei dem Attentat am Montagabend in der Provinz Diyarbakir zudem 52 Menschen verletzt. Die Behörden machten die verbotene Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) verantwortlich.

In der Grenzstadt Kilis schlugen unterdessen zwei von Syrien aus abgefeuerte Raketen ein und töteten einen Menschen. Vor einem Militärposten im Distrikt Hani der Provinz Diyarbakir sei am Montagabend eine in einem Tanklaster versteckte Bombe explodiert, führte Davutoglu vor dem Parlament in Ankara aus. Unter den 52 Verletzten seien sowohl Soldaten als auch Zivilisten.

Drohungen Davotuglus

Für das Attentat machten die Behörden Kämpfer der PKK verantwortlich. Die Armee unternahm Razzien auf der Suche nach den Tätern. "Sie werden ernten, was sie verdienen", sagte Davutoglu. "Unsere Städte und Berge werden von diesen Verbrechern gesäubert", kündigte er an.

Polizei und Armee gehen seit Monaten mit großer Härte gegen mutmaßliche PKK-Rebellen vor. Der Kurdenkonflikt in der Türkei war im vergangenen Juli nach zwei Jahren relativer Ruhe wieder eskaliert. Die Regierung hat sich zum Ziel gesetzt, die PKK zu zerschlagen.

Im Zentrum der türkischen Grenzstadt Kilis schlugen am Dienstag erneut zwei von Syrien aus abgefeuerte Raketen ein, wie die Nachrichtenagentur Dogan meldete. Dabei wurden acht Menschen verletzt. Einer von ihnen, ein 42-jähriger Mann, sei später seinen Verletzungen erlegen, berichtete die amtliche Nachrichtenagentur Anadolu.

Kurden machen IS verantwortlich

Die Angriffe hätten das Ziel, die Bevölkerung von Kilis zu provozieren, sagte Davutoglu. Bereits am Vortag hatten fünf von Nordsyrien aus abgeschossene Raketen die Stadt getroffen und mindestens vier Menschen verletzt. Die türkischen Behörden machen in der Regel die Jihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) für die Raketenangriffe verantwortlich. Am Dienstag demonstrierten laut Anadolu in Kilis Dutzende Menschen für eine Verbesserung der Sicherheitslage.

Als Reaktion auf den jüngsten Beschuss von Kilis schoss die türkische Armee mit Artillerie auf mutmaßliche IS-Ziele in Syrien, wie ein türkischer Regierungsvertreter AFP sagte. Anadolu meldete, der Beschuss habe sich gegen IS-Stellungen bei der nordsyrischen Stadt Asas gerichtet. Diese befindet sich nur wenige Kilometer von der türkischen Grenze entfernt.

Auch am Montag hatten türkische Soldaten nach Raketeneinschlägen in Kilis das Feuer Richtung Asas erwidert. Die Türkei sei "zu jedem Schritt" bereit, um auf die Bedrohung zu reagieren, sagte Davutoglu. (APA, 12.4.2016)

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