Wahl in Südkorea: Regierungspartei Favoritin

13. April 2016, 08:47
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Aber auch viele Stimmen junger Chancenloser für Protestparteien erwartet – Gerüchte über Stimmenkauf mit Potenzmittel

Seoul – In Südkorea hat am Mittwochmorgen die Parlamentswahl begonnen. Mehr als 42 Millionen Südkoreaner können ihre Stimme abgeben. Die konservative Regierungspartei Saenuri gilt als Favoritin. Trotz Wirtschaftsflaute könnte sie Umfragen zufolge ihre Mehrheit in der Nationalversammlung noch ausbauen. Sogar eine Zwei-Drittel-Mehrheit der Partei der konservativen Präsidentin Park Geun-hye wurde für möglich gehalten. Es geht um die Verteilung von insgesamt 300 Mandaten.

Die größte Oppositionskraft, die Minjoo oder Demokratische Partei Koreas (MPK), muss sich bei der alle vier Jahre stattfindenden Wahl auf Mandatsverluste einstellen. Als drittstärkste Partei könnte sich daher die neu gegründete liberale Volkspartei etablieren, für die mehr als 20 Sitze prognostiziert wurden. Etwa sechs Stunden nach Öffnung der Wahllokale lag die Beteiligung mit 16,1 Prozent niedriger als vor vier Jahren, wie die Wahlkommission in Seoul mitteilte.

Ein Stimmenkauf-Skandal warf seinen Schatten auf die Abstimmung. Die Staatsanwaltschaft im südlich von Seoul gelegenen Suwon leitete Ermittlungen ein, wonach Kandidaten betagte männliche Wähler mit Potenzmitteln bestachen, um ihre Stimmen zu erhalten.

Stimmungstest für Präsidentenwahl

Die Wahl gilt vor der Präsidentenwahl Ende 2017 in der viertgrößten Volkswirtschaft Asiens auch als ein wichtiger Stimmungstest. Wer die Wahl gewinnt, kann auf Vorteile für die Präsidentenwahl hoffen. Im Präsidialsystem des Landes kann das Staatsoberhaupt auch gegen eine Mehrheit der Opposition regieren. Präsidentin Park Geun Hye, die noch bis zum Februar 2018 im Amt ist, kann nach ihrer fünfjährigen Amtszeit nicht wiedergewählt werden.

Angesichts der schleppenden Wirtschaft und zunehmender Jugendarbeitslosigkeit standen im Wahlkampf vor allem wirtschaftliche und soziale Themen im Mittelpunkt. Mit Prognosen wird kurz nach Schließung der Wahllokale am Mittwoch um 11 Uhr gerechnet, erste Hochrechnungen auf Basis ausgezählter Stimmen werden ab 17 Uhr erwartet. (APA, 13.4.2016)

  • Südkoreas Präsidentin Park Geun Hye bei der Stimmabgabe.
    foto: reuters/the presidential blue house/news1

    Südkoreas Präsidentin Park Geun Hye bei der Stimmabgabe.

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