Atletico heiß auf Barcelona, Benfica gegen Serie

12. April 2016, 19:16
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Rojiblancos wollen 1:2 aus dem Hinspiel wettmachen – Bayern mit Hoeneß zum Rückspiel nach Lissabon

Lissabon/Madrid – Der FC Barcelona und der FC Bayern sind mit leichten Vorteilen im Gepäck zu den Rückspielen im Champions-League-Viertelfinale gereist. Der Titelverteidiger hatte es dabei nicht gar so weit, Barca verteidigt am Mittwochabend ein 2:1 bei Atletico Madrid. Die Münchner ruhen bei Benfica Lissabon (20.45 Uhr/live ORF eins, ZDF) auf einem 1:0-Polster aus dem Hinspiel.

Während die Bayern mit einem Auswärtstor die Tür zum fünften Halbfinal-Einzug in Folge weit aufstoßen würden, erwartet Barcelona womöglich eine weitaus unangenehme Aufgabe. Atletico präsentierte sich bereits auswärts als gewohnt unangenehmer Gegner. Zudem scheint die Katalanen ihre Überform der letzten Monate über Nacht verlassen zu haben.

In der Meisterschaft setzte es zuletzt Niederlagen gegen Real Madrid und Real Sociedad. Ein Punkt aus drei Spielen, das ist die bislang schwächste Ausbeute unter dem seit August 2014 in Amt und Würden befindlichen Trainer Luis Enrique. "Es gibt keine Zeit für Entschuldigungen und Ausreden, wir brauchen Resultate", betonte der. Und doch: "Es gibt Gründe, optimistisch zu sein, auch wenn die Ergebnisse nicht stimmen." Luis Enriques Bilanz gegen das Team von Diego Simeone ist perfekt: sieben Siege aus sieben Spielen.

Einer davon dürfte Luis Suarez sein, der am Wochenende im Baskenland wegen einer Sperre fehlte. Der Uruguayer erzielte im Hinspiel gegen Atletico beide Tore für die Blauroten und weist mit 45 Saisontoren in allen Bewerben eine unglaubliche Bilanz aus. Nicht wie gewohnt läuft es hingegen für Lionel Messi. 362 Minuten wartet er nun schon auf ein Tor, es ist die längste Durststrecke für den Argentinier seit 2011.

Atletico, in der Liga nun nur noch drei Zähler hinter dem Spitzenreiter, träumt von einer Wiederholung des Viertelfinales von 2014. Vor zwei Jahren schaltete der spätere Finalist den großen Rivalen in der K.o.-Phase aus. "Ich glaube, dass es eine großartige Nacht wird. Zu Hause werden wir die Wende schaffen", baute Mittelfeldmann Koke auf den Heimvorteil im Hexenkessel Vicente Calderon. Und Simeone meinte vielsagend: "Ich bin mir sicher, dass wir topfit sind."

Fernando Torres, sein Torschütze aus dem Hinspiel, ist nach seinem Ausschluss gesperrt. Auf das Gelb-Rot gegen "El Nino" folgte eine hitzig geführte Diskussion über einen möglichen Schiedsrichter-Bonus für die Stars des FC Barcelona. Daher wird auch der Italiener Nicola Rizzoli, der den kniffligen Job des Unparteiischen in dem spanischen Prestige-Duell übernimmt, im Rückspiel im Fokus stehen.

Benfica muss ohne Goalgetter treffen

Auch Benfica fehlt im Retourspiel gegen die Bayern eine wichtige Offensivkraft. Torjäger Jonas muss eine Gelb-Sperre absitzen, im Estadio da Luz soll die Wende auch ohne den Brasilianer gelingen. Um erstmals seit 1990 ins Halbfinale einzuziehen, muss Benfica aber eine schwarze Serie beenden: In nun sieben Duellen gab es für den portugiesischen Rekordmeister gegen den deutschen keinen Sieg. Trainer Rui Vitoria wollte dem Favoriten dennoch "auf Augenhöhe" entgegentreten.

Die Bayern reisten selbstbewusst an. "In Lissabon werden wir Chancen bekommen, und die müssen wir nutzen. Wir sind Bayern München und müssen zeigen, dass wir die bessere Mannschaft sind", sagte Stürmer Robert Lewandowski vor seinem 50. Spiel in der Champions League. Schon ein 0:0 würde den Bayern reichen, es ist aber davon auszugehen, dass Pep Guardiola von seiner Elf auch in Lissabon ein Tor sehen will.

Matthias Sammer gab sich wie gewohnt in der Rolle des Mahners. Das 1:0 sei kein Ruhekissen, warnte der Sportvorstand vor einer "schweren Aufgabe". Bei den jüngsten Auftritten – auch gegen Benfica – habe er "ein, zwei Prozent Lust, Gier, Leichtigkeit und Freude" vermisst.

Kingsley Coman steht wieder im Kader, nicht dabei sein werden weiter die schon länger verletzten Arjen Robben und Jerome Boateng. Juan Bernat, Lewandowski oder Arturo Vidal droht bei einer Verwarnung eine Sperre.

Mehr als zwei Jahre nach seiner bis dato letzten Auswärtsfahrt in der Champions League machte Uli Hoeneß die Reise in Portugals Metropole mit. Der Ex-Präsident war nach seiner Verurteilung wegen Steuerhinterziehung Mitte März 2014 von seinen Ämtern beim Verein zurückgetreten. "Uli Hoeneß ist herzlich willkommen und für den Tross FC Bayern ein ganz wichtiger Faktor für diese Reise", sagte Sammer. (APA, sid, red, 12.4. 2016)

Die voraussichtlichen Aufstellungen:

Madrid: Oblak – Juanfran, Godin, Lucas, Filipe Luis – Gabi, Augusto, Saul, Koke – Griezmann, Ferreira-Carrasco. – Trainer: Simeone

Barcelona: ter Stegen – Dani Alves, Piqué, Mascherano, Jordi Alba – Busquets – Rakitic, Iniesta – Messi, Suárez, Neymar. – Trainer: Enrique

München: Neuer – Lahm, Kimmich, Martínez, Alaba – Vidal – Costa, Müller, Thiago, Ribéry – Lewandowski. – Trainer: Guardiola

Lissabon: Ederson – Almeida, Lindelöf, Jardel, Eliseu – Fejsa, Sanches – Pizzi, Gaitán – Mitroglou, Jiménez. – Trainer: Vitória

  • Ausbruch eines Vulkans namens Simeone.
    foto: afp/gene

    Ausbruch eines Vulkans namens Simeone.

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