Schnelle Stütze für 300 Biogasanlagen in Arbeit

13. April 2016, 09:00
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Wegen der niedrigen Preise für Öl und Gas stehen Biogasanlagen vor der Pleite. Längere Laufzeiten und Abwrackprämien sollen helfen

Wien – Wegen der niedrigen Preise für Öl und Gas stehen etwa 300 Biogasanlagen im Land vor der Pleite. Auf Initiative von Bauernvertretern und unter Federführung des ÖVP-geführten Wirtschaftsministeriums wird deshalb an einer schnellen "kleinen" Novelle des Ökostromgesetzes gearbeitet. So soll das Überleben der Anlagen gesichert – oder aber eine Stilllegung versüßt werden. Gleichzeitig steht eine Totalreform des Ökostromgesetzes an: Im Herbst soll das in die Jahre gekommene Gesetz novelliert werden.

Kern der Hilfe für die Biogasanlagenbetreiber noch bis zum Sommer soll sein, dass es zu einer Tarifverlängerung von derzeit 13 Jahren auf 20 Jahre kommt. Bei dieser Tarifverlängerung gibt es weiterhin eine staatliche Stützung auf die erzeugte Kilowattstunde. Alternativ dazu wird überlegt, dass Anlagenbetreiber auch die Möglichkeit zum Aufhören bekommen, und zwar mit einer Prämie von 50 Prozent der Stilllegungskosten.

Peter Püspök, Präsident des Dachverbands Erneuerbare Energie Österreichs, berichtete bei einer Pressekonferenz des Umweltbundesamts, bei der Szenarien für erneuerbare Energien 2030 bis 2050 vorgestellt wurden, dass es bei dem bestehenden Ökostromgesetz "Geburtsfehler" gegeben habe. Diese müssten nun beseitigt werden. Eine 13-jährige Subventionszeit bezeichnete er als zu kurz; normal seien 20, ja 25 Jahre.

Die fossilen Energieträger seien nur deshalb preislich konkurrenzfähig gegenüber Alternativen, da "die Schäden, die sie verursachen, in den Preis nicht eingerechnet werden". Nach einer Studie des Deutschen Umweltbundesamtes müssten diese Schäden, die im Wesentlichen in einem höheren Treibhausgasausstoß zu suchen sind, mit zehn Cent je Kilowattstunde veranschlagt werden. (Johanna Ruzicka, 13.4.2016)

  • Frisch gehäckselter Mais wird von einem Traktor auf dem Gelände einer Biogasanlage zu einem Hügel zusammengeschoben.
    foto: apa/dpa

    Frisch gehäckselter Mais wird von einem Traktor auf dem Gelände einer Biogasanlage zu einem Hügel zusammengeschoben.

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