Start für Auswahlprozess des nächsten UN-Generalsekretärs

12. April 2016, 16:30
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Acht Kandidaten bewerben sich um die Nachfolge von Ban Ki-moon – Serbien schlug Ex-Außenminister Jeremić vor

New York – Bei den Vereinten Nationen in New York hat am Dienstag das Auswahlverfahren zur Nominierung des nächsten UN-Generalsekretärs begonnen. Acht Kandidaten bewerben sich um die Nachfolge von Ban Ki-moon, der zum Jahresende ausscheidet. Sie werden sich bis Donnerstag der aus den 193 Mitgliedstaaten bestehenden UN-Vollversammlung vorstellen.

Das Verfahren ist neu und soll größere Transparenz bei der Besetzung des höchsten UN-Postens schaffen. Bisher lag die Prüfung der Kandidaten vorwiegend beim UN-Sicherheitsrat. Dieser bleibt aber dafür zuständig, einen der Kandidaten auszuwählen und der Vollversammlung zur Wahl vorzuschlagen. Zu den Bewerbern zählen die Chefin der UN-Kulturorganisation Unesco, die Bulgarin Irina Bokowa, die neuseeländische Ex-Premierministerin Helen Clark, Natalia Gherman, früher Außenministerin von Moldau und die Kroatin Vesna Pusić. Zudem treten der frühere portugiesische Premier António Guterres, Sloweniens Expräsident Danilo Türk, Mazedoniens Ex-Außenminister Srgjan Kerim und Igor Luksic, Außenminister von Montenegro an.

Belgrader Überrschung

Weiters hat die serbische Regierung überraschend den früheren Außenminister und Präsidenten der Uno-Vollversammlung, Vuk Jeremić, für den Posten vorgeschlagen. Belgrad hatte Jeremić zuvor ausdrücklich keine Unterstützung zugesagt. Besonders kritisch zeigte sich Präsident Tomislav Nikolić.

Jeremiv (40) war zwischen 2007 und Mitte 2012 Außenminister Serbiens, danach übernahm er das einjährige Amt des Vorsitzenden der Uno-Vollversammlung. Als Serbiens Chefdiplomat hatte der Funktionär der damals regierenden Demokratischen Partei (DS) durch undiplomatische Aussagen immer wieder für Wirbel und Verstimmungen vor allem in den Beziehungen zu Kroatien gesorgt. Zuletzt hieß es in Belgrader Medien, dass sich Russland besonders stark für die Kandidatur von Jeremić eingesetzt habe. (APA, 12.4.2016)

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