Forscher enträtseln Zweck der Spiralschächte bei Nazca

Ansichtssache24. April 2016, 20:52
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foto: ab5602

Rätselhafte Spirallöcher bei Nazca waren Teil eines Pumpsystems

Mit der peruanischen Provinzhauptstadt Nazca verbindet man heute vor allem die berühmten Scharrbilder in der angrenzenden Wüste. Die kilometerlangen Linien, Menschen- und Tierdarstellungen im trockenen Boden haben der Wissenschaft seit ihrer Wiederentdeckung bei einem Überflug im Jahr 1924 Rätsel aufgegeben. Doch die Geoglyphen sind bei weitem nicht die einzigen mysteriösen Strukturen der Gegend: Eine Reihe von spiralförmigen, mit Steinen ausgekleideten Schächten beschäftigt die Historiker ebenso. Diese Puquios genannten Löcher könnten der Nazca-Kultur vor rund 1.000 Jahren zur Sicherung des Wasserbedarfs gedient haben, lautet die verbreitetste Theorie zu den Bauwerken. Wie das aber funktioniert haben soll, war bislang unklar.

Nun haben Forscher vom Institute of Methodologies for Environmental Analysis in Italien eine mögliche Antwort darauf gefunden. Satellitenaufnahmen, auf denen die Anordnung der Puquios in der Landschaft ersichtlich ist, zeigen, dass sie offenbar Teil eines umfassenden hydraulischen Systems waren, mit dem Wasser über unterirdische Kanäle dorthin transportiert wurde, wo man es gebraucht hat. Die Spirallöcher selbst dienten offenbar dazu, Luft in dieses Kanalsystem zu saugen, was dabei half, das kostbare Nass in Bewegung zu halten – also eine Art Pumpsystem. Die Wissenschafter vermuten, dass diese Methode den Angehörigen der Nazca-Kultur sogar während der Trockenzeit Zugang zu Wasser gewährt hatte.

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