Waffenruhe im Jemen zunehmend brüchig

12. April 2016, 10:50
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Kämpfe rund um Sanaa – Fünf Soldaten bei Selbstmordanschlag getötet

Aden/Sanaa – Bei einem Selbstmordanschlag in Jemens zweitgrößter Stadt Aden sind am Dienstag fünf Armeerekruten getötet und weitere verletzt worden. Der Attentäter brachte nach Angaben aus Sicherheitskreisen seinen Sprengstoffgürtel inmitten einer Gruppe junger Soldaten zur Explosion, die zu ihrem Stützpunkt in Aden unterwegs waren.

Zu dem Anschlag bekannte sich zunächst niemand, die Behörden machen aber in der Regel das in Aden und im Südjemen aktive Al-Kaida-Netzwerk für vergleichbare Attentate verantwortlich.

Nachdem die Waffenruhe im Jemen am gestrigen Montag noch großteils hielt, kam es am Dienstag vermehrt zu Kämpfen. Nach Angaben aus Militärkreisen gab es in der Provinz Marib, östlich und nördlich der von Aufständischen kontrollierten Hauptstadt Sanaa, Kämpfe zwischen schiitischen Houthi-Rebellen und Soldaten des sunnitischen Präsidenten Abd Rabbu Mansur Hadi. Auch in Nihm nordöstlich von Sanaa bekämpften sich demnach die Konfliktparteien.

Saudische Luftangriffe

Die Houthi-Miliz hatte Anfang vergangenen Jahres Sanaa und andere Städte erobert und Staatschef Hadi zur Flucht gezwungen. Seit März 2015 fliegt eine Militärkoalition unter Führung Saudi-Arabiens Luftangriffe im Jemen, um die Rebellen zurückzudrängen und Hadi eine Rückkehr an die Macht zu ermöglichen. Nach UN-Angaben wurden in dem Konflikt seit dem Eingreifen Riads etwa 6.300 Menschen getötet.

Am Sonntag um Mitternacht (23.00 Uhr MESZ) war im Jemen eine Waffenruhe in Kraft getreten. Alle Konfliktparteien hatten zuvor angekündigt, sich an die Vereinbarung zu halten. Schon am Montag gab es aber Berichte über Angriffe der Houthi-Rebellen rund um die Stadt Taes. Die Rebellen warfen der arabischen Militärkoalition vor, aus der Luft angegriffen zu haben. Die UNO erklärte am Montagabend dennoch, "die Waffenruhe (scheint) weitgehend zu halten". (APA, 12.4.2016)

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