Aufstand in "Rust": Männer müssen künftig als Frauen spielen und Frauen als Männer

12. April 2016, 11:05
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Neues Feature bestimmt Geschlecht des Avatars zufällig und lässt es nicht mehr ändern

Bei einigen Spielern des Survival-Games "Rust" sorgt ein umstrittenes Update derzeit für Wutausbrüche. Weil das Geschlecht des eigenen Avatars nun zufällig ausgewählt wird und sich nicht ändern lässt, fühlen sich vor allem viele Männer angegriffen, die in dem Survival-Game nicht als Frauen ums Überleben kämpfen wollen. Aber auch Frauen äußern ihren Unmut, die neuen weiblichen Avatare nicht verwenden zu können. In zahlreichen Diskussionsforen wird die Neuerung daher heftig debattiert.

Geschlecht hängt von Steam-ID ab

Bereits zuvor wurde den Spielern etwa Hautfarbe und sogar Penislänge zugeteilt. Nun hängt es auch von der Steam-ID ab, ob man einen männlichen oder einen weiblichen Avatar zum Spielen bekommt.

Vor allem männliche Spieler, die in "Rust" zahlenmäßig dominieren, verärgert dies. Ihr Zorn richtet sich vor allem gegen Entwickler Garry Newman, der sie nun zwingt, als Frau zu spielen.

foto: screenshot: red
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Aber auch einige Frauen sind mit den Änderungen nicht sehr zufrieden, da sie die lange ersehnten weiblichen Avatare nicht verwenden können.

foto: screenshot: red

Die Entwickler hatten diesen Shitstorm natürlich erwartet. In einem Blogeintrag begründeten sie die kontroversen Änderungen damit, dass sich auch bisher 50 Prozent der Bevölkerung nicht mit dem Geschlecht ihres Avatars identifizieren konnten. Daher hätte sich eigentlich nichts geändert, nur wäre nun nicht das Real Life-Geschlecht dafür ausschlaggebend, sondern die Steam-ID.

Auch viel Solidarität

Neben den aggressiven Wortmeldungen existiert aber auch durchaus konstruktive Kritik, die die Argumentation des Entwicklerteams verurteilt. Einige Spieler beziehen sich dabei auf eine Analyse, die den Anteil männlicher Steam-User bei 95 Prozent sieht, wodurch sie die Begründung mit den unveränderten 50 Prozent zwar für die Lebenswelt, aber nicht für die Spieler-Community selbst zutreffend betrachten.

Viele Spieler können die Argumentation der "Rust"-Entwickler aber durchaus nachvollziehen, da Frauen in vielen Spielen nur durch Mods oder überhaupt nicht auf weibliche Charaktere zurückgreifen können. Auch wenn nun die Geschlechter nicht zur Auswahl stehen, sondern zugeteilt werden, wird dies teilweise begrüßt.

foto: screenshot: red
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Schlussendlich werden sich die Spieler wohl damit abfinden müssen, die aus vielen Spielen bekannte eigenhändige Charakter-Individualisierung in "Rust" nicht vorfinden zu können. (fps, 12.4.2016)

  • In "Rust" werden Geschlecht und Hautfarbe den Spielern zugeteilt.
    foto: rust

    In "Rust" werden Geschlecht und Hautfarbe den Spielern zugeteilt.

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