Griechenland: Gespräche bis Montag unterbrochen

12. April 2016, 12:35
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Noch hat man sich nicht auf die nächsten Reformschritte geeinigt. Jetzt wird erst mal Pause gemacht, die IWF-Frühjahrstagung steht an

Athen – Die Einigung zwischen Griechenland und seinen internationalen Geldgebern auf ein Reformpaket lässt weiter auf sich warten. Die Gespräche wurden am frühen Dienstagmorgen unterbrochen, wie Finanzminister Euklid Tsakalotos vor Journalisten sagte. Nach der Frühjahrstagung des Internationalen Währungsfonds (IWF) in Washington sollen sie am kommenden Montag in Athen fortgesetzt werden.

Man sei sich einig, dass Fortschritte erzielt worden seien. Ziel sei es, bis zum 22. April eine Übereinkunft zu erzielen. Eine mit den Gesprächen vertraute Person sagte allerdings, die meisten Fragen seien noch nicht geklärt.

Von einer positiven Beurteilung der Reformfortschritte durch Vertreter der EU-Kommission, des IWF und der Europäischen Zentralbank hängt ab, ob Griechenland weiteres Geld aus dem bis zu 86 Milliarden Euro umfassenden Topf ausgezahlt wird. Ein positiver Abschluss der Prüfungen ist auch Voraussetzung für Gespräche über mögliche Schuldenerleichterungen. Davon wiederum hängt ab, ob sich der IWF an aktuellen Hilfen beteiligt.

Angebot für Bahnbetreiber

Griechenland kommt mit der geplanten Bahnprivatisierung indessen allmählich voran. Ein erstes Angebot für den Bahnbetreiber Trainose liege vor, es komme von der italienischen Staatsbahn, sagte der Chef des Privatisierungsagentur HRADF, Stergios Pitsiorlas, der Nachrichtenagentur Reuters am Dienstag. Er erwarte, dass auch die russische Bahn RZD und der griechische Baukonzern GEK-Terna ihr Interesse anmelden, entweder in einem Joint Venture oder eigenständig.

Auch mit Interesse aus China sei zu rechnen. Die Frist für vorläufige Offerten endet am Freitag, bis zum 31. Mai müssen dann bindende Angebote abgegeben werden. Die Privatisierungen sind Teil der Auflagen für die internationalen Finanzhilfen, die Griechenland aus der Schuldenkrise helfen sollen. Bisher hinkt der Staat bei den Zielen aber weit hinterher. (APA, Reuters, 12.4.2016)

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    foto: apa / afp / dunand
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