Harald Mahrer: Mitterlehners rechte Hand wird wichtiger

12. April 2016, 07:58
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Harald Mahrer ist ein Politiker, dem das Gestalten noch Spaß macht – als Regierungskoordinator der ÖVP bekommt er eine Chance dazu

Wien – Es gibt im politischen Personal sehr wenige Personen, denen man anmerkt, dass sie Spaß an ihrer Arbeit haben. Harald Mahrer ist so einer, dem der Spaß noch nicht vergangen ist. Und man kann davon ausgehen, dass er in den nächsten Monaten noch mehr Spaß an der politischen Gestaltung haben wird: Nun soll Mahrer nämlich – anstelle von Johanna Mikl-Leitner – für die schwarze Regierungsmannschaft die Koordination übernehmen und Gemeinsamkeiten mit dem SP-Pendant Kanzleramtsminister Josef Ostermayer finden.

Wobei das Maß des Vergnügens wohl davon bestimmt werden wird, wie viel die Koalition tatsächlich weiterbringen kann. Geht es nach Mahrer, der kürzlich 43 Jahre alt geworden ist, dann sollte die SP-VP-Regierung in der zweiten Halbzeit Schwung gewinnen.

Er selbst hat sich in den eineinhalb Jahren, die er der Regierung angehört, in mehreren von ihm als zukunftsträchtig eingeschätzten Bereichen eingebracht: Die Förderung von gemeinnützigen Stiftungen war eines dieser Anliegen, das "Haus der Geschichte", über das er mit Ostermayer verhandelte, ein anderes.Dabei agiert der Staatssekretär im Wissenschafts- und Wirtschaftsministerium stets als rechte Hand des Vizekanzlers und Parteichefs Reinhold Mitterlehmer – beide sind Wirtschaftsbündler, beide ehrgeizig, beide verhandlungserprobt: Mahrer verhandelte an der Seite Mikl-Leitners die Bundesheerreform (wofür er unter anderem durch seine Teilnahme am Strategischen Führungslehrgang qualifiziert ist) und weitgehend alleine die Bildungsreform (ein Thema, das ihn seit seiner Zeit als Studentenpolitiker begleitet). Beide Einigungen ließen am Ende aber so viel offen, dass die ÖVP sie als Erfolg verkünden konnte, während die SPÖ erst im Nachhinein erkannte, dass sie den Koalitionspartner doch nicht überzeugt hatte.In seiner Partei hat der in der PR-Szene groß gewordene Mahrer versucht, die Programmdiskussion in eine wirtschaftsliberale Richtung zu treiben: Als Geschäftsführer der Julius-Raab-Stiftung veröffentlichte er mehrere Bücher, ins Parteiprogramm reklamierte er unter anderem die Erhaltung des Bargelds hinein. (Conrad Seidl, 12.4.2016)

  • Staatssekretär Harald Mahrer agiert als  rechte Hand  von Parteichef  und Vizekanzler Reinhold Mitterlehner, um zur Linken nicht viel aufkommen zu lassen
    foto: apa/fohringer

    Staatssekretär Harald Mahrer agiert als rechte Hand von Parteichef und Vizekanzler Reinhold Mitterlehner, um zur Linken nicht viel aufkommen zu lassen

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