Trotz "Dieselgate": VW hängt andere Marken ab

11. April 2016, 18:14
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Volkswagen-Erstzulassungen stiegen in Österreich bis März um fast neun Prozent an

Wien – Der Autohandel zieht wieder an. Von Jänner bis März wurden laut Statistik Austria 78.455 Personenkraftwagen neu zum Verkehr zugelassen (inklusive Tageszulassungen) – das sind um 4,4 Prozent mehr als im ersten Quartal 2015. Da es keine Sondereffekte gab, die das Ergebnis verfälschten (wie die Erhöhung der Normverbrauchsabgabe im März 2014), sind die Jahre gut vergleichbar.

Nach Antriebsart haben Dieselaggregate mit 58,2 Prozent klar die Nase vorn. Von den Selbstzündern wurden 45.657 Pkw zugelassen, das sind um 5,3 Prozent mehr als im Vorjahresquartal. Die Benzinerzulassungen stiegen um 1,6 Prozent auf 30.829. Geradezu explodiert (plus 149,2 Prozent) ist die Zahl der Elektroautos, sie hat sich auf 992 mehr als verdoppelt, allerdings von einer sehr niedrigen Basis (398 Stück). Hier muss sich noch viel bewegen, um das erklärte Ziel der Bundesregierung von 100.000 Pkw bis 2020 auch nur annähernd zu erreichen.

Starkes Plus

Inklusive Zugmaschinen, Sattelschleppern, Erntemaschinen und Wohnmobilen wurden 99.891 Kfz neu zugelassen – um 5,3 Prozent mehr als im Vorjahresquartal. Um fünf Prozent zurück ging der Nutzfahrzeugmarkt, angeführt von land- und forstwirtschaftlichen Zugmaschinen, Sattelzugfahrzeugen und Lastkraftwagen (Lkws). Saisonbedingt stieg die Anzahl der Neuzulassungen von Motorrädern um 10,7 Prozent.

Den Markenvergleich entschied VW – trotz Abgasskandals – im ersten Quartal einmal mehr für sich. Volkswagen brachte es mit 13.150 auf fast neun Prozent mehr Neuzulassungen als im Vorjahresvergleich, gefolgt von Opel, die zwar ein Plus von 6,5 Prozent ausweisen, aber nur auf 5760 Kfz. Dahinter rangieren Skoda, Renault, Ford, Audi und BMW. Renault und BMW verzeichneten ein Plus von knapp 20 Prozent, während Hyundai Federn lassen musste und um 33,7 Prozent auf 2923 Neuzulassungen abstürzte.

VW-Aufsichtsrat uneinig

Ungelöst blieb am Montag der Streit um die Bonuszahlungen für die Volkswagen-Vorstände. Das sechsköpfige Präsidium des Aufsichtsrats konnte sich nicht einigen. Kernaktionär Niedersachsen plädierte für eine Kürzung, VW-Chef Matthias Müller wollte eine 30-prozentige Kürzung vorschlagen. 2014 schüttete VW knapp 70 Mio. Euro an Topmanager aus. Spitzenverdiener war damals Konzernchef Martin Winterkorn mit knapp 15,9 Mio. Euro. Zur Chefsache werden nun die "verbindlichen Standortsicherungskonzepte" für VW-Werke. Der Betriebsrat verlangte Zusagen zu Produkten, Stückzahlen, Standorten und Budgets. (ung, dpa, 11.4.2016)

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    foto: reuters/hannah mckay
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