183 Journalisten auf den Malediven forderten Pressefreiheit

11. April 2016, 16:35
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Älteste Zeitung des Inselstaates, Haveeru, darf derzeit nicht erscheinen

Male – 183 Journalisten auf den Malediven haben einen Brief für mehr Pressefreiheit in dem zunehmend autokratisch regierten Urlaubsparadies unterschrieben. Zu den Unterzeichnern gehörten Zeitungs-, TV- und Online-Journalisten aus dem ganzen politischen Spektrum, berichtete die Zeitung "Maldives Independent" am Montag.

Nur die Angestellten der staatlichen Rundfunkanstalt des 400.000-Einwohner-Landes seien angewiesen worden, das nicht zu tun.

Seit drei Jahren regiert auf den Malediven Präsident Abdulla Yameen, Halbbruder des früheren Autokraten Maumoon Abdul Gayoom. Seitdem wurden zahlreiche politische Gegner in zweifelhaften Verfahren verurteilt. Andere Oppositionspolitiker verließen das Land.

Anfang April waren bei einem Protest für mehr Pressefreiheit in der Hauptstadt Male 16 Journalisten festgenommen worden – auch unter Einsatz von Pfefferspray. Die älteste Zeitung des Inselstaates, Haveeru, darf derzeit nicht erscheinen. Der Leiter des ARD-Studios Südasien war bei einer Recherche im Dezember ausgewiesen worden.

Die Antikorruptionsorganisation Transparency Maldives spricht von "Repressalien durch den Staat" und "unterdrückter Pressefreiheit". Besorgt zeigt sich Transparency auch über ein neues Gesetz, das Beleidigung unter Strafe stellt. (APA, 11.4.2016)

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