ÖVP Burgenland besteht auf Gymnasium

11. April 2016, 14:09
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Klubobmann Sagartz gegen flächendeckenden Modellversuch mit Neuer Mittelschule

Eisenstadt – Die ÖVP Burgenland lehnt einen landesweiten Modellversuch zur Neuen Mittelschule (NMS) strikt ab: "Das Gymnasium muss bleiben, das ist eine ganz klare Ansage", sagte Klubobmann Christian Sagartz am Montag in Eisenstadt vor Journalisten. Man wolle, dass die Langform – acht Jahre Gymnasium – erhalten bleibe und nicht zugunsten der NMS – "finanziell und personell ausgehungert" werde.

Den Modellversuch für bis zu 5.000 Schüler pro Bundesland zu ermöglichen, wie dies Vizekanzler Reinhold Mitterlehner vorgeschlagen hatte, lehne die ÖVP Burgenland ab, so Sagartz. Die Zahl 5.000 könnte nur Vorarlberg und Burgenland treffen, das wäre "eine Gefahr für unser Schulsystem", meinte der Klubobmann.

"180 Grad-Wendung" bei der FPÖ

Ein landesweiter Umstieg auf die Neue Mittelschule wäre "ein Modellversuch gewesen, der die letzten Bastionen jener, die das nicht wollen, ins Wanken bringen soll. Ich finde das nicht in Ordnung, das findet nicht unsere Unterstützung", so Sagartz. Auch ÖVP-Landesparteiobmann Thomas Steiner habe sich zu diesem Vorschlag im Bundesparteivorstand "ganz klar" geäußert. "Ich bin froh, dass wir hier eine ganz eindeutige Meinung im ÖVP-Landtagsklub haben und keine andere Idee aufgekommen ist", meinte Sagartz.

Für ihn sei "schauderhaft", dass es möglich gewesen sei, bei dem Thema "eine 180 Grad-Wendung innerhalb der FPÖ zu vollziehen", sagte der Klubobmann. Der jetzige Bildungssprecher stehe "zu 100 Prozent im Widerspruch" zu den Aussagen seiner Vorgängerin Ilse Benkö, die sich noch "ganz klar und deutlich zum Gymnasium bekannt" habe.

Neues Veranstaltungsformat

Die Bildungsreform steht auch im Mittelpunkt beim Auftakt eines neuen Veranstaltungsformats des ÖVP-Landtagsklubs am 21. April. Unter dem Motto "Klub im Gespräch" lade man ein, zu thematischen Schwerpunkten und neuen Ideen ins Gespräch zu kommen, erläuterte Sagartz. Man wolle dabei mit Interessierten – auch wenn sie nicht mit der ÖVP sympathisieren – Inhalte in einer lockerer Gesprächsatmosphäre aufgreifen, wo es keine Denkverbote gebe und Dinge auch hinterfragt werden können. Gesprächspartner bei der ersten Veranstaltung sind ÖVP-Landesparteiobmann Thomas Steiner und der Vorsitzende der AHS-Lehrergewerkschaft, Eckehard Quin. (APA, 11.4.2016)

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