Britische Spione halfen, "Harry Potter"-Fortsetzung geheim zu halten

11. April 2016, 17:07
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Der GCHQ soll bei der Internetüberwachung auf ein vorab geleaktes Exemplar gestoßen sein, das sich als Fälschung entpuppte

Die britische Überwachungsagentur GCHQ bekämpft offenbar nicht nur Terrorismus, sondern beschützt auch Verlage vor vorab im Netz auftauchenden Romanen. Wie Nigel Newton, Chef des Verlags Bloomsbury, erzählte, soll ihn der GCHQ im Jahr 2005 kontaktiert haben. Spione hatten im Netz eine Kopie von "Harry Potter und der Halbblutprinz" entdeckt. Zu diesem Zeitpunkt war das Buch jedoch noch nicht im Handel erschienen. Nachdem GCHQ-Mitarbeiter dem Verlag die erste Seite des Buches vorgelesen hatten, wurde der Text jedoch als Fälschung entlarvt.

"Froh über Hilfe"

Bloomsbury-Chef Newton gibt an, dass rund um die Harry-Potter-Veröffentlichungen extreme Sicherheitsmaßnahmen geherrscht hätten. Er sei froh über die Hilfe von Polizei und sogar Geheimdiensten gewesen. Doch im Netz stößt die Enthüllung auf heftige Kritik. Denn sie zeigt, zu welch teils absurden Zwecken die Totalüberwachung durch den GCHQ eingesetzt wird. "Wir kommentieren unseren Kampf gegen das Böse nicht", sagte der GCHQ zur BBC. (red, 11.4.2016)

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BBC

  • "Harry Potter"-Romane wurden vor Leaks geschützt
    foto: reuters/ho

    "Harry Potter"-Romane wurden vor Leaks geschützt

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