"Sechs Punkte sind kein Ruhepolster"

11. April 2016, 12:53
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Salzburgs nächster Titel rückt näher und näher – Admira-Trainer Baumeister sieht gute Chancen im "Dreikampf um Platz drei"

Salzburg – Red Bull Salzburg hat die Ausrutscher der Konkurrenz genützt und einen großen Schritt in Richtung dritten Fußball-Bundesliga-Titel in Folge gemacht. Nach dem verdienten Heim-1:0 gegen Admira Wacker Mödling beträgt der Vorsprung auf Verfolger Rapid sechs Punkte, die Austria hat schon elf Zähler Rückstand. Da die Wiener Clubs schwächeln, können die "Bullen" wohl schon den Meistersekt einkühlen.

Der Sieg gegen die Admira war hart erkämpft, in der Anfangsphase kamen die Salzburger zu keiner einzigen verwertbaren Möglichkeit. "Die ersten 20 Minuten waren Schwerstarbeit, dann haben wir sie ganz gut im Griff gehabt. Salzburg wollte durch die Mitte spielen, das haben wir super verteidigt, aber auf Dauer kann man das nicht halten", erklärte Gegner-Trainer Oliver Lederer. "Die Admira ist mit enormem Selbstvertrauern aufgetreten, das hat man gemerkt", sagte Mittelfeldmann Valon Berisha.

Der Meister blieb jedoch geduldig, ließ defensiv nichts anbrennen und schlug in der 61. Minute wieder einmal in Person von Goalgetter Jonatan Soriano zu. "Wir hätten mehr Tore machen müssen, in einigen Phasen waren wir zu überhastet, und der letzte Pass hat gefehlt", merkte Berisha kritisch an. Letztendlich entsprach das Resultat aber dem Geschehen auf dem Rasen, so der allgemeine Tenor.

Ungefährdeter Sieg

"Sie haben dann die Individualisten, die so ein Spiel entscheiden", sagte Lederer. "Ich hatte in keiner Phase des Spiels irgendwo das Gefühl, dass wir das Spiel verlieren könnten. Es war die nötige Leistungssteigerung zum Rapid-Spiel, die Richtung stimmt, und ich habe ein gutes Gefühl", meinte Verteidiger Andreas Ulmer, dem der Blick auf die Tabelle Recht gibt. Nach den jüngsten Patzern von Rapid (2:2 beim WAC) und Austria Wien (0:2 gegen Grödig) läuft das Unternehmen Titelverteidigung in geordneten Bahnen. Der Vorsprung der Salzburger auf die Grün-Weißen beträgt bei noch sechs zu absolvierenden Partien sechs Punkte, zudem spricht die Tordifferenz klar für die Mozartstädter.

"Es war ein wichtiger Schritt Richtung Meisterschaft, aber sechs Punkte sind trotzdem kein Ruhepolster", wollte sich Berisha dennoch nicht aus der Reserve locken lassen. "Wenn man die Fußballgeschichte betrachtet, dann ist das immer wieder einmal passiert", meinte Trainer Oscar Garcia auf die Frage, ob sich das Blatt noch einmal wenden könnte. "Wir denken aber nicht daran, wir schauen von Spiel zu Spiel. Wir sind eine Mannschaft, die nicht alles gewinnen kann."

In der kommenden Woche spielt Red Bull bereits am Samstag gegen die noch nicht von allen Abstiegssorgen befreite SV Ried, am Sonntag steht das Wiener Derby an, was Garcia psychologisch als kleinen Vorteil sieht. "Ich bevorzuge es, vor dem Gegner zu spielen."

Die Admira bekommt in der 31. Runde Besuch vom SV Grödig, der mit dem unverhofften Erfolg in Wien-Favoriten ein deutliches Signal an die Konkurrenz schickte. Die Südstädter liegen in der Tabelle vier Punkte hinter der Austria. "Wir sind in Schlagdistanz, der Europacup ist unser klares Ziel, und vor allem haben wir noch das direkte Duell gegen die Austria", betonte Torhüter Jörg Siebenhandl.

"Wir sind Vierter, das ist schon besser als vorausgesagt wurde. Es gibt einen Dreikampf um den dritten Platz, für uns ist alles drinnen", konstatierte Cheftrainer Ernst Baumeister, der auch mit einem möglichen Wiedersehen mit Salzburg spekuliert. "Wir haben noch die Chance im Cup. Vielleicht können wir da Salzburg im Finale biegen." (APA; 11.4.2016)

  • Christian Schwegler, Alexander Walke und Jonatan Soriano bedanken sich bei 8.109 Zusehern.
    foto: apa/krug

    Christian Schwegler, Alexander Walke und Jonatan Soriano bedanken sich bei 8.109 Zusehern.

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