Österreicher halten sich für Tech-Profis

11. April 2016, 08:41
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Nicht einmal die Hälfte der Erwerbstätigen glaubt, sich für den Job in puncto Technologien fortbilden zu müssen

Die rapide Entwicklung diverser Technologien sowie die zunehmende Digitalisierung haben schon jetzt einen großen Einfluss auf unser Berufsleben – Tendenz steigend. So sehen es auch 72Prozent der österreichischen Arbeitnehmer, die für den Randstad Workmonitor zum Thema "Technologie & Berufsleben" befragt wurden. Überraschend ist dabei, dass die höchste Zustimmung sowohl von der jüngsten befragten Generation (18-24 Jahre) als auch aus dem ältesten Segment (55+) mit jeweils 82 Prozent kommt.

Grundsätzlich sehen 70 Prozent der Österreicher diesen steigenden Einfluss als Chance und nicht etwa als Bedrohung. Wiederum überraschend ist hierbei allerdings, dass die Generation 55+ die optimistischste ist, während nur 52 Prozent der Millennials in der Digitalisierung eine Chance für sich sehen. Möglicherweise liegt dies daran, dass diese Generation bereits mit Computern, Internet und mobilen Geräten aufgewachsen ist und diese folglich als selbstverständlich betrachtet. D.h. gerade im Vergleich zu Gleichaltrigen ist der gekonnte Umgang mit Technologien für jüngere Generationen kein Vorteil am Arbeitsmarkt – sondern selbstverständliche Notwendigkeit. Erst im zunehmenden Alter – so scheint es – lässt sich hier mit entsprechenden Kenntnissen ein Wettbewerbsvorteil schaffen.

Selbstbewusste Österreicher

Was die Einschätzung der eigenen Fähigkeiten im Umgang mit modernen Technologien betrifft, zeigen sich die Österreicher relativ selbstbewusst: weniger als die Hälfte der Befragten glaubt, sich fortbilden zu müssen, um mit der technologischen Entwicklung Schritt halten zu können. Interessant: Weltweit glauben 70 Prozent der Berufstätigen, nur durch ständiges Training am Ball der Zeit bleiben zu können. Die Frage, ob der durchschnittliche Österreicher im globalen Vergleich tatsächlich technisch versierter ist oder aber schlichtweg nicht die Notwendigkeit erkennt, ständig dazulernen zu müssen, bleibt offen.

Miteinander reden steht hoch im Kurs

Abgesehen von Einfluss und Notwendigkeit moderner Technologien stellt sich die Frage, wie sehr die Digitalisierung die "menschliche Komponente" des Berufslebens beeinflusst.

Ein Drittel der Befragten gibt dabei an, aufgrund der technologischen Möglichkeiten seltener den persönlichen Kontakt mit Kollegen zu pflegen. Männer (40 Prozent) werden dabei häufiger von dieser Entwicklung betroffen als Frauen (29 Prozent). Dabei sind sich eigentlich alle Befragten – unabhängig von Alter und Geschlecht – darin einig, dass das direkte Face-to-Face-Gespräch noch immer die beste Kommunikationsmethode ist (88 Prozent Zustimmung).

Dementsprechend fühlen sich auch zwei Drittel der Arbeitnehmer aufgrund der modernen Kommunikationswege weniger eng mit Ihren Kollegen verbunden. (red, 11.4.2016)

Der Randstad Workmonitor wurde 2003 ins Leben gerufen und deckt derzeit 34 Länder in Europa, Asien sowie Nord- und Südamerika ab. Der Randstad Workmonitor wird vierteljährlich veröffentlicht, um sowohl globale als auch lokale Trends der Arbeitsmobilität regelmäßig sichtbar zu machen. 2014 wurde der Randstad Workmonitor auch in Österreich eingeführt. Befragt werden Personen im Alter von 18-65 Jahren, die mindestens 24 Stunden pro Woche einer bezahlten Erwerbstätigkeit nachgehen (keine selbständig Erwerbstätigen). Die minimale Stichprobengröße liegt bei 400 Befragungen pro Land und wird von Survey Sampling International (SSI) durchgeführt.

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