Kerry besuchte als erster US-Außenminister Mahnmal in Hiroshima

11. April 2016, 07:30
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G7-Außenminister gedachten der Opfer des Atombombenabwurfs 1945 und verabschiedeten Erklärung für atomwaffenfreie Welt

Hiroshima – John Kerry hat am Montag als erster Außenminister der USA das Mahnmal zum Gedenken an den US-Atombombenabwurf in Hiroshima besucht. Gemeinsam mit seinen Kollegen der sieben führenden Industriestaaten (G7) und der EU-Außenbeauftragten Federica Mogherini besuchte er zunächst das Museum, in dem an die Zerstörung der japanischen Stadt am 6. August 1945 erinnert wird.

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Außenminister vereint bei der Kranzniederlegung (von links): Frankreichs Jean-Marc Ayrault, Italiens Paolo Gentiloni, Deutschlands Frank-Walter Steinmeier, Japans Fumio Kishida, John Kerry (USA), Großbritanniens Philip Hammond, Kanadas Stephane Dion und EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini.

Anschließend legte er einen Kranz an dem Mahnmal im Park nebenan nieder. Im Vorfeld von Kerrys Besuch und einem möglicherweise bevorstehenden Besuch von US-Präsident Barack Obama im Mai war über eine offizielle Entschuldigung der USA für den ersten Atombombenabwurf der Geschichte spekuliert worden, mit dem Japan im Zweiten Weltkrieg zur Kapitulation gezwungen worden war. Kreise der US-Delegation dementierten aber, dass es derartige Überlegungen gibt.

Obama könnte kommenden Monat während des G7-Gipfels der erste amtierende US-Präsident werden, der die japanische Großstadt besucht. Der Gipfel selbst findet am 26. und 27. Mai in der Region Ise-Shima zwischen Tokio und Osaka statt.

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Die Außenminister Deutschlands, Japans, der USA, Großbritanniens und Kanadas (von links) nach der Kranzniederlegung für die Opfer der Atombombenabwürfe.

Kerry sagte seinem japanischen Kollegen Fumio Kishida zuvor, der Besuch in Hiroshima unterstreiche die "Stärke unserer Beziehungen und die Reise, die wir seit der schwierigen Zeit des Krieges gemeinsam absolviert haben". Es gehe bei dem Besuch nicht um die Vergangenheit, sondern um die Gegenwart und Zukunft.

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Hiroshimas Bürgermeister Kazumi Matsui (ganz links) und Gouverneur Hidehiko Yuzaki (ganz rechts) posieren mit US-Außenminister John Kerry und weiteren G7-Außenministern.

Kritik an "Nordkoreas Provokationen"

Die G7-Außenminister forderten in einer Erklärung zudem eine "Welt ohne Atomwaffen". In der am Montag veröffentlichten "Hiroshima-Erklärung" heißt es, die Aufgabe sei angesichts eines "sich verschlechternden Sicherheitsumfelds in einer Anzahl von Regionen wie Syrien und der Ukraine und insbesondere durch Nordkoreas wiederholte Provokationen" "komplexer" geworden.

Die Außenminister verurteilten Nordkorea für seine Raketen- und Atomtests. "Wir bekräftigen unsere Bemühungen, die Welt sicherer für alle zu machen", hieß es in der Erklärung. In einer gesonderten Stellungnahmen kritisierten die Außenminister von Großbritannien, Kanada, Frankreich, Deutschland, Italien, Japan und den USA den nordkoreanischen Atomwaffentest vom 6. Jänner "auf das Schärfste". Gleiches gelte für die Raketentests von Februar und März. (APA, 11.4.2016)

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