Peru: Keiko Fujimori gewinnt ersten Wahlgang

11. April 2016, 20:11
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Die Tochter von Alberto Fujimori muss in der Stichwahl gegen den ehemaligen Wall-Street-Banker Pedro Pablo Kuczynski antreten

Lima – In Peru zeichnet sich eine Stichwahl um die Präsidentschaft ab. Die konservative Keiko Fujimori (40) kam nach Auszählung von 83 Prozent der Stimmen auf 39,6 Prozent. Sie verfehlte damit die absolute Mehrheit und muss sich am 5. Juni einer Stichwahl gegen Pedro Pablo Kuczynski (77) stellen. Er kam mit 22,11 Prozent noch vor Veronika Mendoza (18,27 Prozent) auf den zweiten Platz.

Keiko Fujimori ist die Tochter des autoritären Ex-Staatschefs Alberto Fujimori, der nach einem Bestechungsskandal im November 2000 zu seinen Eltern nach Japan flüchtete, wo er fünf Jahre im selbstauferlegten Exil lebte. In einem Versuch, seine politische Karriere wieder aufleben zu lassen, flüchtete er 2005 nach Chile, wo er jedoch von peruanischen Behörden verhaftet wurde.

Im Jahr 2007 wurde er wegen Amtsmissbrauchs zu sechs Jahren Haft verurteilt. Im April 2009 wurde er in einem Gerichtsverfahren für schuldig befunden, die Anordnung für Morde und Entführungen gegeben zu haben und wurde zu 25 Jahren Haft verurteilt. In zwei weiteren Gerichtsverfahren kamen insgesamt zusätzliche siebeneinhalb Jahre im Gefängnis hinzu.

Vorwürfe und Angriffe im Wahlkampf

Die Wahl war überschattet von Vorwürfen gegen Keiko Fujimori und andere Kandidaten, sie hätten versucht, Wähler mit Geschenken zu beeinflussen. Während die Vorwürfe gegen sie und Kuczynski fallengelassen wurden, wurden neun andere Kandidaten ausgeschlossen oder zogen ihre Bewerbungen zurück.

Außerdem waren am Samstag bei zwei Angriffen im Dschungel im Landesinneren nach neuen Angaben der Behörden sieben Menschen getötet und sieben weitere verletzt worden. Die Armee vermutete die kommunistische Guerilla "Sendero Luminoso" (Leuchtender Pfad), gegen die Fujimoris Vater hart vorgegangen war, hinter den Taten.

Bei den Terroranschlägen von "Sendero Luminoso" und den Auseinandersetzungen mit staatlichen Sicherheitskräften waren zwischen 1980 und 2000 fast 70.000 Menschen ums Leben gekommen. Dem damaligen Präsidenten Fujimori gelang es, die maoistische Organisation größtenteils zu zerschlagen. Er wurde aber 2009 wegen mehrfacher Menschenrechtsverletzungen zu 25 Jahren Haft verurteilt, die er noch absitzt. Er spaltet bis heute das Land, seine Tochter ging deshalb im Wahlkampf vorsichtig auf Distanz zu ihm.

Peruaner wollen Wandel

"Man kann jemanden nicht danach beurteilen, was sein Vater getan hat", sagte die 18-jährige Angela Rios bei der Stimmabgabe in einer Schule in Lima. Sie hoffe, dass Fujimori "die Wirtschaft stärkt und die Bildung verbessert". "Wir wollen einen Wandel: Sicherheit für die Bürger und Sicherheit für Arbeitsplätze", sagte im selben Wahllokal der 55-jährige Wilfredo Pena, der nach eigenen Angaben den kurzzeitigen neoliberalen Regierungschef Kuzcynski wählte.

Insgesamt waren 23 Millionen Peruaner aufgerufen, einen Nachfolger für den Linkspolitiker Ollanta Humala zu wählen. Der neue Präsident tritt am 28. Juli sein Amt an. (APA, red, 11.4.2016)

  • Keiko Fujimori winkt am Samstag ihren Anhängern bei einer Pressekonferenz in Lima zu.
    foto: afp photo / luka gonzales

    Keiko Fujimori winkt am Samstag ihren Anhängern bei einer Pressekonferenz in Lima zu.

  • Die Präsidentschaftskandidatin der Partei "Fuerza Popular" ist die Tochter des umstrittenen Ex-Präsidenten Alberto Fujimori. Sollte sie das Rennen für sich entscheiden, wäre sie das erste weibliche Staatsoberhaupt Perus.
    foto: afp photo / luka gonzales

    Die Präsidentschaftskandidatin der Partei "Fuerza Popular" ist die Tochter des umstrittenen Ex-Präsidenten Alberto Fujimori. Sollte sie das Rennen für sich entscheiden, wäre sie das erste weibliche Staatsoberhaupt Perus.

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