Teutonia-Gläubigergruppe: Kärnten unter Zugzwang

10. April 2016, 20:50
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Gläubiger erwarten , dass Kärnten Schulden zahlt

Wien/Klagenfurt – Die Pools milliardenschwer investierter internationaler Heta-Anleihegläubiger wollen sich erst am Montag zum behördlichen Schuldenschnitt äußern. Die relativ kleine Gläubigergruppe Teutonia hat am Sonntag noch reagiert. Sie will weiter um ihr Geld kämpfen, und auch verhandeln. Und sie pocht auf die Kärntner Landeshaftungen.

Dass das Land Kärnten selber im Jahr 2012 die Gültigkeit seiner Haftungen bestätigt und über Jahre hinweg Haftungsprovisionen kassiert habe, stimmt den Teutonia-Vertreter Urs Fähndrich siegessicher, wie er am Sonntagabend in einem Statement erklärte. "Noch mehr aber die Tatsache, dass die FMA selbst in ihrem Mandatsbescheid zur Heta die Gültigkeit der Ausfallshaftungen des Bundeslandes Kärnten außer Streit stellt."

Kärnten unter Zugzwang

In dem Bescheid der Finanzmarktaufsicht zum Schuldenschnitt auf die landesgarantierten Anleihen der einstigen Hypo Alpe Adria (Heta) heißt es:... "Die Rechte der Gläubiger berücksichtigungsfähiger Verbindlichkeiten gegen Mitschuldner, Bürgen oder sonstige Dritte, die für Verbindlichkeiten der Heta haften, werden durch die Anwendung des Instruments der Gläubigerbeteiligung nicht berührt" ...

Demgemäß bringe der Mandatsbescheid zum Haircut "nicht uns, sondern Kärnten massiv unter Zugzwang", so der Teutonia-Gläubigersprecher, weil er für Klarheit sorge und endlich die nötigen Fakten schaffe. Die Kärntner Haftungen seien "seit dem Zahlungsmoratorium, jedoch spätestens heute mit dem Schuldenschnitt schlagend geworden." Damit sei der Weg frei, auf den Ausfallsbürgen Kärnten zugreifen zu können.

Rechtsweg

Die Gläubiger "erwarten dass Kärnten seinen Zahlungsverpflichtungen in der nunmehr fest stehenden Höhe von 6,4 Mrd. Euro und der weiterhin anfallenden Verzugszinsen auch nachkommt und seine Schulden zahlt", so die Teutonia. Zahle Kärnten nicht, sei man gewappnet, die Forderungen am Rechtsweg durchzusetzen. Auch die Teutonia-Gläubiger gingen aber davon aus, dass es Kärnten nicht auf riskante Gerichtsverfahren lässt und sich auch der Folgen einer Insolvenz bewusst sei.

Deshalb setze man auf eine außergerichtliche Lösung über den Verhandlungsweg. Kärnten müsse aber mehr beitragen und die Quote insgesamt deutlich über der Quote im zuletzt abgelehnten Angebot liegen, ließ die Teutonia wissen. (APA, 10.4.2016)

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