Salzburg: Jihadist soll an Mumbai-Terror beteiligt gewesen sein

10. April 2016, 18:13
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Bericht: Inhaftierter gehört zu IS-"Kampfteam", das nach Europa geschickt wurde – "Dutzende" Kämpfer noch auf freiem Fuß

Salzburg – Einer der seit Ende des Vorjahres in Salzburger Untersuchungshaft sitzenden mutmaßlichen Jihadisten ist möglicherweise schon am Terrorangriff von Mumbai vor acht Jahren beteiligt gewesen. Muhammad Ghani U. (34) sei ein "Bombenbau-Veteran für die pakistanische Terrororganisation Lashkar-e-Taiba", die hinter den Mumbai-Anschlägen vermutet wird, berichtete die Londoner "Sunday Times".

Bei der Anschlagsserie in der indischen Finanzmetropole Mumbai am 28. November 2008 waren 166 Menschen ums Leben gekommen. Der Pakistaner gehöre mittlerweile zu einem "Kampfteam" der Terrororganisation "Islamischer Staat" (IS), das im Herbst zur Verübung von Anschlägen nach Europa geschickt worden sei, berichtete die "Sunday Times". "Dutzende" der IS-Kämpfer seien immer noch auf freiem Fuß, schreibt die Zeitung unter Berufung auf das Umfeld der Ermittler. Demnach könnte es weiter große Anschläge auf europäische Staaten geben.

"Konkrete Kontakte"

U. und ein algerischer IS-Kämpfer namens Adel H. (28) waren im Dezember in Salzburg verhaftet worden, nachdem sie dort um Asyl angesucht hatten. Justizminister Wolfgang Brandstetter (ÖVP) sagte nach den Brüsseler Anschlägen vom 22. März, dass die beiden "verdächtigt werden, auch konkrete Kontakte gehabt zu haben zu dem Netzwerk, das für die Anschläge hier und in Paris wahrscheinlich verantwortlich ist". Bei den Anschlägen auf den Flughafen und die U-Bahn von Brüssel am 22. März waren 32 Menschen gestorben, die Terrorserie von Paris am 13. November des Vorjahres kostete 130 Menschen das Leben.

Die Salzburger Staatsanwaltschaft war am Sonntag nicht für eine Stellungnahme zum "Sunday-Times"-Bericht erreichbar. Bisher hatte es auf Anfragen zur Causa regelmäßig geheißen, es handle sich um eine Verschlusssache. Allerdings dementierte die Behörde im Februar Berichte, wonach die beiden in Bezug auf ihre Kontakte zu den Pariser Selbstmordattentätern geständig seien.

Der Pakistaner und der Algerier sollen am 3. Oktober auf demselben Boot auf der griechischen Insel Leros eingetroffen sein wie zwei der Pariser Selbstmordattentäter (Decknamen Ahmad al-Mohammed und Mohammad al-Mahmoud). U. und H. seien unter den gefälschten Namen Faycal Alaifan und Fozi Brahi unterwegs gewesen, schreibt die "Sunday Times". Die griechische Polizei habe sie festgenommen, weil ihre Reisedokumente in einer Datenbank mit rund 4.000 vom IS gestohlenen Reisepässen aufschienen. Ende Oktober seien sie freigelassen worden und hätten ihre Reise in Richtung Mitteleuropa fortsetzen können. (APA, 10.4.2016)

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