Fed-Cup-Team strebt Wiederaufstieg an

10. April 2016, 14:24
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In Kairo in Europa/Afrika-Zone II gegen sechs Teams um einen von zwei Aufstiegsplätzen – Paszek führt ÖTV-Mix aus Jung und Alt an

Das österreichische Tennis-Nationalteam der Damen spielt ab Mittwoch auf einer kleinen Halbinsel in Kairo um den Wiederaufstieg in die Europa/Afrika-Zone I des Fed Cups. Im vergangenen Jahr war die Truppe von Kapitän Jürgen Waber nach Jahren der Drittklassigkeit noch eine Etage tiefer in die Kontinental-Zone II gerutscht. Im Streben um einen Aufstiegsplatz sieht sich die ÖTV-Equipe gut gerüstet.

Nachdem Slowenien seine Nennung zurückgezogen hat und als Folge für zwei Jahre gesperrt wurde, bleiben mit Ägypten, Bosnien-Herzegowina, Liechtenstein, Finnland, Dänemark und Litauen für Tamira Paszek, Barbara Haas, Julia Grabher und Sandra Klemenschits sechs Konkurrenten. Am Dienstag werden eine Dreier- und eine Vierer-Gruppe ausgelost. Die jeweiligen Top zwei ermitteln in Kreuzspielen die beiden Aufsteiger.

Paszeks Antreten stand nie zur Debatte

Für Paszek, um deren Antreten im Fed Cup es in vergangenen Jahren dann und wann Diskussionen gegeben hatte, war die diesmalige Teilnahme immer klar. "Es stand nie zur Debatte, dass ich nicht spiele", erklärte die Vorarlbergerin. "Unser Ziel ist, dass wir die Aufgabe bestmöglich meistern. Wir haben ein tolles neues und altes Team." Paszek und Klemenschits hatten im Teambewerb 2005 debütiert, Haas und Grabher im Vorjahr.

Liechtenstein und Finnland werden als Gruppenköpfe gesetzt. Die Liechtensteinerin Stephanie Vogt ist die noch bekannteste Spielerin bei den anderen Teams. Bei den Däninnen war Caroline Wozniacki vorgesehen gewesen. Die 25-Jährige muss aber wegen einer am Freitag zugezogenen Knöchelverletzung passen. Alleine dank Paszeks Klasse sollten die Österreicherinnen damit im überschaubaren Teilnehmerfeld einen Vorteil haben.

Achterbahn

Die 25-Jährige ist in den vergangenen beiden Monaten aber aus der Spur gekommen, nachdem sie zu Jahresbeginn mit dem Auckland-Semifinale und der geschafften Melbourne-Qualifikation aufgezeigt hatte. "Am Anfang vom Jahr war das sehr stark", sagte Paszek am Sonntag vor dem Abflug nach Ägypten bei einer Pressekonferenz auf dem Flughafen Wien-Schwechat zur APA – Austria Presse Agentur.

Dann aber reiche oft eine Kleinigkeit, um vom Erfolgsweg abzukommen. "Du verlierst ein enges Match und die 'Confidence' ist nicht mehr so da", sagte Paszek. So kam es im März zu Auftakt-Niederlagen in den Qualifikationen von Indian Wells und Miami sowie bei einem Challenger in San Antonio. "Miami war eine Katastrophe. Danach habe ich ein paar Tage für mich genommen und habe daheim abgeschalten."

Die Verfügbarkeit für den Fed Cup ist eine Voraussetzung für ein Olympia-Ticket, daran habe Paszek bei ihrer Zusage aber gar nicht gedacht. Unabhängig davon müsste sie als aktuelle Weltranglisten-119. eine Menge Plätze gutmachen, um mit Anfang Juni noch den Cut zu schaffen. Paszek: "Es wäre ein Traum, wenn ich noch nach Rio fahren könnte. Aber es gibt in vier Jahren wieder Olympia."

Zukunft

Waber bezeichnete seine Truppe als "Super-Team für die Zukunft". Haas hatte zuletzt mit zwei Titeln bei 25.000er-Turnieren aufgezeigt, das zweite davon auf Sand. Die 20-Jährige ist neben Paszek Wabers zweite Fixstarterin im Einzel. Auf der Tour möchte Haas ihr Ranking in den Top 200 stabilisieren, ehe sie die Top 100 in Angriff nimmt. "Heuer habe ich mit den Qualis bei den kommenden Grand Slams ein Ziel schon erreicht."

Grabher ist wie Haas und Paszek Kandidatin für den Platz neben Klemenschits im Doppel. Die Vorarlbergerin hat heuer auf 10.000er-Ebene einen Titel, ein Finale und fünf Semifinali verbucht. "Heuer bin ich bisher sehr zufrieden", meinte die 19-Jährige. Jetzt möchte ich bald auf Challenger-Niveau kommen. Klemenschits ist nach Problemen fit, die Salzburgerin will mit ihren 33 Jahren in Kairo auch mit ihrer Routine helfen.

Das Fed-Cup-Turnier im Gezira Club wird nicht wegen der Viertklassigkeit, sondern tatsächlich unter Ausschluss der Öffentlichkeit gespielt. Rigorose Sicherheitsvorkehrungen haben dazu geführt, dass abgesehen von Team- und Club-Mitgliedern sowie Offiziellen keine Zuschauer zugelassen sind. (APA, 10.4.2016)

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