Dschibuti: Amtsinhaber Guelleh als Präsident wiedergewählt

9. April 2016, 12:14
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Vierte Amtszeit für den mit eiserner Hand herrschenden Machthaber

Dschibuti – Der strategisch wichtige afrikanische Kleinstaat Dschibuti am Roten Meer wird weiterhin von Ismael Omar Guelleh beherrscht. Guelleh sei bei der Präsidentenwahl am Freitag im Amt bestätigt worden, teilte Ministerpräsident Abdulkader Kamil Mohamed im Fernsehen mit. Es ist bereits die vierte Amtszeit des Präsidenten, der Dschibuti seit 1999 mit eiserner Hand regiert.

Mohamed äußerte sich bereits vor dem Vorliegen eines Endergebnisses unter Hinweis auf "Hochrechnungen". Diese zeigten, dass der Amtsinhaber schon im ersten Anlauf die erforderliche absolute Mehrheit der Stimmen erreicht habe. In der Hauptstadt Dschibuti habe Guelleh zwischen 74 und 75 Prozent der Stimmen erhalten, in der zweitgrößten Stadt Ali Sabieh sogar 94 Prozent.

"Das Volk von Dschibuti bleibt auf dem Pfad der Weisheit, der Stabilität, der Sicherheit und der Entwicklung", kommentierte der Ministerpräsident der früheren französischen Kolonie am südlichen Zipfel des Roten Meeres.

Sechs Kandidaten

Die knapp 190.000 Wahlberechtigten konnten sich zwischen sechs Kandidaten entscheiden, doch wurde niemandem eine Chance gegen Guelleh eingeräumt. Die Opposition ist zerstritten und an den Rand gedrängt. Drei Parteien riefen zum Boykott der Wahl auf, die sie als "Wahlmaskerade" bezeichneten. Der 68-jährige Guelleh hatte 2010 die Verfassung ändern lassen, um eine Begrenzung der Amtszeiten des Präsidenten abzuschaffen.

Dschibutis strategisch bedeutsame Lage am Eingang zum Roten Meer macht das kleine Land als Standort für ausländische Truppen interessant. Es beherbergt Militärbasen der USA, Chinas, Frankreichs und Japans. Guelleh leitete ambitionierte Infrastrukturprojekte in die Wege – etwa den Bau eines neuen Hafens und einer Bahnlinie ins benachbarte Äthiopien. Wichtigster Geldgeber der Milliardenprojekte ist China.

Wegen der Infrastrukturprojekte boomt die Wirtschaft des Landes, doch profitiert die Masse der Bevölkerung nicht von dem Wachstum. Die Arbeitslosenrate liegt bei 60 Prozent, vier Fünftel der Bewohner Dschibutis leben unter der Armutsgrenze. (APA, 9.4.2016)

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