Portugals Kulturminister droht mit Ohrfeigen und tritt zurück

8. April 2016, 18:33
5 Postings

Bissiger Zeitungskommentar hatte João Soares verärgert

Lissabon – Weil er auf seiner Facebook-Seite zwei Journalisten mit einer Ohrfeige gedroht hatte, ist der portugiesische Kulturminister João Soares zurückgetreten. Soares hatte am Donnerstag nach einem bissigen Kommentar in der Zeitung "Publico" über die Journalisten Augusto Seabra und Vasco Pulido Valente geschrieben: "Eine gute Ohrfeige würden ihnen gut tun. Und mir auch".

Em 1999 prometi-lhe publicamente um par de bofetadas. Foi uma promessa que ainda não pude cumprir. Não me cuzei com a...

Posted by João Soares on Mittwoch, 6. April 2016

Zahlreiche Portugiesen hatten sich über die Äußerung geärgert und den Rücktritt des Ministers gefordert. Soares hatte sich zunächst verteidigt und erklärt, er habe mit seiner Wortmeldung nicht auf bloße Meinungsäußerungen, sondern auf "Beleidigungen" reagiert. Regierungschef Antonio Costa entschuldigte sich schließlich in seinem Namen bei den beiden Journalisten.

"Tiefe Solidarität"

Am Freitag trat Soares dann doch zurück. In einer Erklärung, die von der Nachrichtenagentur Lusa verbreitet wurde, begründete der Sohn eines früheren Präsidenten seinen Schritt mit seiner "tiefen Solidarität mit der Regierung und ihrem linken politischen Projekt".

Torno público que apresentei esta manhã ao Senhor Primeiro Ministro, António Costa, a minha demissão do XXI Governo...

Posted by João Soares on Freitag, 8. April 2016

In dem Kommentar, der den ganzen Ärger ausgelöst hatte, war Soares' Ernennung zum Minister als "unbegreiflich" kritisiert worden. Sein Politikstil zeichne sich durch "Freunderlwirtschaft, Autoritarismus und Grobheit aus". (APA, 8.4.2016)

  • João Soares (rechts) mit Regierungschef Antonio Costa.
    foto: apa/epa/petinga

    João Soares (rechts) mit Regierungschef Antonio Costa.

Share if you care.