"Wiener Zeitung"-Chef "korrekt" bestellt, sagt Medienminister

8. April 2016, 17:36
39 Postings

Ostermayer sieht den Geschäftsführer nicht aus "parteipolitischen Motiven" abgelöst

Wien – Medienminister Josef Ostermayer sieht den Geschäftsführer der "Wiener Zeitung" nicht aus "parteipolitischen Motiven" abgelöst. Zu diesem Befund kam – der STANDARD berichtete – die Gleichbehandlungskommission im Frauenministerium. Karl Schiessl (ÖVP) hat sie angerufen, als er 2013 durch Wolfgang Riedler (SPÖ) ersetzt wurde.

Medienminister Josef Ostermayer erklärt sich "überzeugt davon, dass das gesamte Verfahren korrekt abgelaufen ist". Er wisse nicht einmal, ob die Mitglieder der Findungskommission der SPÖ zuzurechnen wären, wie dies Schiessl behauptete und die Gleichbehandlungskommission nicht geprüft habe. Das Verfahren habe den "gesetzlichen Kriterien" entsprochen".

Ostermayer: "Es war nicht der Bundeskanzler und es war auch ich nicht in der Findungskommission. Und ich würde auch nicht vermuten, dass Astrid Zimmermann (Concordia), Gundi Wentner (Deloitte) oder der Vertreter des Betriebsrats sich hätten beeinflussen lassen."

Die Mitglieder hätten sich "aufgrund ihrer Kenntnisse nach bestem Wissen und Gewissen" einstimmig für Neubeginn und Riedler entschieden. Mitglieder mit Erfahrung in der "Wiener Zeitung" hätten Schiessl nach 15 Jahren als Geschäftsführer Team- und Führungsfähigkeit abgesprochen.

Die Gleichbehandlungskommission kritisierte wie berichtet etwa auch, dass Wolfgang Riedler eine "essentiellen" Anforderung der Ausschreibung nicht erfüllte – Erfahrung in der wirtschaftlichen Leitung eines Medienbetriebs. Ostermayer ging in seiner Stellungnahme auf diesen inhaltlichen Vorwurf nicht ein.

Schiessl will nun auf Schadenersatz klagen und Ostermayer als Zeugen laden. Ostermayer erklärt sich bereit, er erwarte auch die Ladung der Mitglieder der Findungskommission. (fid, 8.4.2016)

  • Medienminister Josef Ostermayer.
    foto: apa/neubauer

    Medienminister Josef Ostermayer.

Share if you care.