In Salzburgs Freibädern darf nur mehr in Zonen geraucht werden

8. April 2016, 12:42
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In Wien sind nur Kinderbereiche rauchfrei, in Tirol entscheiden die Badbetreiber selbst

Salzburg/Wien – Nach einer Probephase im relativ kleinen AYA-Bad im vorigen Sommer will die Stadt Salzburg mit dem Beginn der Saison am 1. Mai heuer in allen Freibädern das Rauchen beschränken. Es darf in den Freibädern – dem Leopoldskroner Bad, dem AYA-Bad und dem Volksgartenbad – nur mehr in markierten Zonen geraucht werden, erläuterte Josef Reichl, Amtsleiter der städtischen Betriebe, im Gespräch mit der APA.

"Bis auf wenige Ausnahmen hat das Rauchverbot im vergangenen Jahr sehr gut funktioniert", sagte Reichl. Deshalb werde es ausgeweitet. Einige Raucher hätten sich zwar aufgeregt, der Großteil der Reaktionen war aber sehr positiv. Auch seit bekannt ist, dass in der heurigen Saison in allen Bädern nur mehr in markierten Bereichen geraucht werden darf, habe er viel Zustimmung erhalten. Reichl ist bei der Umsetzung des Rauchverbots auf das Verständnis der rauchenden Gäste angewiesen. Die Überwachung des Verbots sei nämlich sehr schwierig. "Im Leopoldskroner Bad sind an schönen Tagen 7.000 Badegäste", erläuterte der Amtsleiter. Die Bademeister müssten die Becken überwachen. Wenn sich jemand nicht an das Verbot hält, sind die Sanktionsmöglichkeiten gering.

Deshalb will Reichl das Rauchverbot als Appell verstanden wissen, sich an die vorgegebenen Raucherzonen zu halten. Damit das funktioniert, wurden die Raucherbereiche großzügig dimensioniert. So darf im Leopoldskroner Bad rund um das Sportbecken und im linken Bereich der Anlage geraucht werden. Rund um die Erholungsbecken und im Kinderbereich ist das Rauchen nicht erlaubt.

Kein komplettes Verbot in Wien

In Wien ist Badegästen das Qualmen in den städtischen Bädern schon länger nicht mehr uneingeschränkt gestattet. So herrscht Rauchverbot etwa in jenen Bereichen, in denen sich vor allem Kinder aufhalten: in den Familienbädern sowie in den ausgewiesenen Kinderbereichen – etwa bei Spielplätzen und Babybecken – der Sommerbäder.

"Diese Regelung ist im Vorjahr eingeführt worden und hat sich ganz gut bewährt", sagte Bädersprecher Martin Kotinsky auf APA-Anfrage am Freitag. In den zehn Familienbädern – hier ist Erwachsenen ohne Kinderbegleitung der Zutritt verboten – herrscht generelles Rauchverbot.

In den städtischen Sommerbädern darf in den extra ausgewiesenen Kinderbereichen nicht gequalmt werden. Diese befinden sich üblicherweise neben den Babybecken und Kinderspielplätzen. Ebenfalls untersagt ist das Rauchen in geschlossenen Räumlichkeiten auf dem Freibäder-Arealen – also Duschen, Toiletten oder Kabinen.

Auf den allgemeinen Freiflächen ist Gästen der Griff zur Zigarette unterdessen weiterhin uneingeschränkt gestattet. Die Einführung eines generellen Rauchverbots ist laut Bädersprecher "derzeit nicht angedacht".

Raucherbereiche in Graz

In den Bädern der Freizeitbetriebe der Holding Graz gilt seit 2014 ein weitgehendes Rauchverbot, wie Sprecher Gerald Pichler am Freitag auf APA-Anfrage sagte. In Innenbetrieb dürfe ohnehin nicht geraucht werden, in den Freibädern seien eigene Raucherbereiche eingerichtet worden. Probleme habe es bisher nicht gegeben.

Das Rauchverbot gelte für die Auster in Eggenberg, das Margaretenbad, das Stukitzbad und das Freibad in Straßgang sowie für das Bad zur Sonne, das bei guter Witterung sein Dach öffnen kann. Das Auster-Freibad und das "Margerl" öffnen mit 30. April, das Augartenbad mit 7. Mai und am 14. Mai folgen Bad Straßgang und Stukitzbad.

Probleme mit Rauchern hat es laut Pichler nach bisherigen Erfahrungen nicht gegeben, allenfalls Diskussionen. "Meist sind es Leute, die zum ersten Mal oder seit längerer Zeit wieder einmal das Bad besuchen und im Freien rauchen wollen. Dann werden sie von den Mitgliedern der Badeaufsicht darauf hingewiesen, dass es eigene Rauchbereiche gibt", sagte Pichler. Größere Diskussionen gebe es nicht. Wenn jemand allerdings nicht Einsicht zeige, könne das bis zum Verweis aus dem Bad führen.

Entscheidung der Bäder in Tirol

In Tirol obliegt es jedem Bäderbetreiber selbst, wie er die Raucher-Thematik handhabe, sagte der Fachgruppengeschäftsführer der Tiroler Bäder in der Wirtschaftskammer, Bernhard Wanner, der APA. Genaue Zahlen etwa über die Anzahl der deklarierten Nichtraucherbäder liegen nicht vor. In Tirol handle es sich ohnehin um "kein großes Thema", so Wanner, denn: "Das regelt sich elegant von selber."

Dies gehe auch aus einer entsprechenden Umfrage unter Badegästen hervor, die im vergangenen Jahr durchgeführt worden sei, sagte Wanner. Der Großteil fühle sich durch Rauchen in Freibädern nicht gestört. Und überdies würden ohnehin nur wenige Gäste im Freibad zum Glimmstängel greifen.

Im Freibad in Imst etwa dürfe man ohne weiteres rauchen, erklärte ein Verantwortlicher. An eine Änderung sei seines Wissens auch nicht gedacht. Gleich stellt sich die Situation in der Erlebnistherme Zillertal in Fügen da. Im Schwimmbad in Hall hingegen darf seit letztem Sommer nur mehr an bestimmten Tischen dem Rauchgenuss gefrönt werden.

Nikotinparadies Vorarlberg

In den Vorarlberger Freibädern ist ein Rauchverbot offenbar kein Thema. Bei einem APA-Rundruf in mehreren Freizeiteinrichtungen winkten die Verantwortlichen durchwegs ab. Auch die Zahl der Beschwerden dürfte sich in engen Grenzen halten.

Ewald Petritsch, Geschäftsführer des Erholungszentrums "Rheinauen" in Hohenems, sagte, die Idee sei zwar diskutiert, aber gleich wieder verworfen worden. Bei einer Fläche von 120.000 Quadratmetern fänden alle Badegäste genug Platz, "dann stört das Rauchen andere anscheinend nicht", so Petritsch. Ebenfalls kein Problem ist das Rauchen im Parkbad Lustenau. "Bei uns gibt es kein Verbot", hieß es auf Anfrage aus dem Rathaus.

Zumindest angedacht haben die Verantwortlichen für die Feldkircher Freibäder "Erlebnis Waldbad" und "Schwimmbad Felsenau" ein Rauchverbot. Man sei aber zu dem Schluss gekommen, dass die Exekution dieser Bestimmung "sehr schwierig und aufwendig" sei. "Unsere Anlagen sind sehr groß und unübersichtlich", sagte Regina Röckl von der Feldkirch Freizeitanlagen GmbH auf APA-Anfrage. Zumindest in der heurigen Saison wird es deshalb kein Rauchverbot in Feldkirch geben, erklärte Röckl, räumte aber ein, dass es immer wieder Kundenbeschwerden in diese Richtung gebe.

Ebenfalls kein Thema ist das Rauchen im Bludenzer Val Blu und im Strandbad Bregenz. In Bludenz überlasse man die Entscheidung der Eigenverantwortung der Gäste, hieß es auf APA-Nachfrage, in Bregenz verwies Alexander Fritz, zuständig für die Verwaltung der Bäder bei der Stadtwerke Bregenz GmbH, auf das Problem der Exekution einer Nichtraucher-Bestimmung. Beschwerden habe es bisher nur zwei Mal gegeben, in einem Fall richtete sich der Ärger eines Gastes gegen das Rauchen im Bereich des Kinderbeckens und des Spielplatzes. Er sei jedoch davon ausgegangen, "dass einem der gesunde Hausverstand ja eigentlich sagen müsste, in diesen Bereich auf das Rauchen zu verzichten". Ein Rauchverbot sei in Bregenz weder jemals diskutiert worden noch sei es in dieser Saison ein Thema.

Kein Thema im Burgenland

Im Burgenland ist ein Rauchverbot in den Freibädern kein Thema, die Badegäste dürfen weiter auf den Liegewiesen qualmen. Aus dem Eisenstädter Rathaus hieß es auf APA-Anfrage am Freitag, dass es bis jetzt kein Rauchverbot gebe. Auch am Ufer des Neusiedler Sees, im Seebad Mörbisch, gebe es keine definierte Rauchverbotszone. "Das war auch nicht angedacht", sagte Geschäftsführer Peter Mahr.

Ähnliche Reaktionen kamen auch aus dem Mittel- und Südburgenland. Am Naturbadesee Kobersdorf (Bezirk Oberpullendorf) gebe es keine eigenen Raucher- oder Nichtraucher-Zonen. Für den Bürgermeister von Wolfau (Bezirk Oberwart), Walter Pfeiffer (ÖVP), ist ein Rauchverbot im Erlebnisbad ebenfalls "kein Thema". "Das ist nicht angedacht", sagte er zur APA.

In Niederösterreich ist in St. Pölten weder im Freibad noch an den Badeseen das Rauchen verboten, hieß es am Freitag aus dem Magistrat auf Anfrage. Dasselbe gilt für das Strandbad Klosterneuburg. Im Sommerbad der Badearena Krems werde vor dem geplanten Saisonstart im Mai ein Rauchverbot überlegt, möglich sei ein Verbot in Teilen der Anlage wie im Kinderbereich.

Im Freigelände des Thermalstrandbads der traditionsreichen Kurstadt Baden südlich von Wien gibt es zwar kein generelles Rauchverbot, aber doch räumliche Einschränkungen, die, wie erläutert wurde, durch die denkmalgeschützten Baustrukturen bedingt sind. So darf etwa auf der hölzernen Sonnenterrasse nicht geraucht werden, auch im Bereich der Kabinen ist ein Verbot ausgeschildert. Probleme mit der Einhaltung der Regeln gebe es nicht. (APA, 8.4.2016)

  • Artikelbild
    foto: apa/guenter r. artinger
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