Wieder Häftling in der Steiermark tot in Zelle gefunden

8. April 2016, 12:11
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47-jähriger Kärntner hat sich offenbar erhängt – Obduktion angeordnet

Graz/Klagenfurt – Zum dritten Mal binnen weniger Tage ist am Freitag ein Mann in einer steirischen Gefängniszelle tot aufgefunden worden. In der Früh wurde ein 29 Jahre alter Salzburger erhängt in der Sicherheitsabteilung von Justizwachebeamten entdeckt, wie der Leiter der Justizanstalt Graz-Karlau, Josef Mock, mitteilte. Der Mann hatte offenbar mit einem Gürtel, am Fenstergitter befestigt, Suizid verübt.

Der Mann habe laut Mock als schwierig gegolten und war deshalb auf spezielle Anordnung in der Sicherheitsabteilung untergebracht. Dort werden die Zellen in unregelmäßigen Abständen im Zeitraum zwischen ein und zwei Stunden überprüft. Die Leiche des Mannes wurde gegen 2.00 Uhr früh entdeckt. Mock zufolge wurde das entsprechende Prozedere eingeleitet, sprich Erhebungen und Befragungen durch die Polizei aufgenommen. Eine Obduktion soll durchgeführt werden.

Der 29-Jährige hatte wegen Raubes, Einbruchdiebstahls und gefährlicher Drohung eingesessen. Seit Mai 2014 war er in der Justizanstalt Stein, im September 2014 wurde er in die Karlau verlegt. Er hätte noch bis Oktober 2018 seine Strafe zu verbüßen gehabt.

Erst am Freitagvormittag war ein 47-jähriger Kärntner erhängt in einem Verwahrungsraum des Polizeianhaltezentrums Graz entdeckt worden. Die Staatsanwaltschaft ordnete eine Obduktion an, wie die Landespolizeidirektion mitteilte. Am Mittwoch war ein 61-jähriger Burgenländer, der eine Frau in Kapfenberg mit dem Umbringen bedroht hatte, in einer Zelle der Inspektion Bruck/Mur an einem Herzfehler gestorben.

Laut Justizministerium gab es im vergangenen Jahr 25 Todesfälle in den heimischen Gefängnissen, bei sechs hat es sich um Selbstmord gehandelt. 2013 waren es laut "Space report" des Europarates noch 38 Todesfälle, sechs davon Suizid. (APA, 8.4.2016)

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