Das Fairnessabkommen als rotes Lippenbekenntnis

Blog9. April 2016, 10:00
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Der Hofburg-Wahlkampf beginnt schmutzig zu werden. Zumindest eine Partei teilt kräftig aus

Mit besten Absichten haben sich die Wahlkampfleiter in der Anfangsphase des Präsidentschaftswahlkampfs auf ein Fairnessabkommen mit dem kleinsten gemeinsamen Nenner eines "respektvollen und sachlichen Stils" geeinigt – auf eine Obergrenze für die Kosten konnten sie sich nicht festlegen. Aber: Der gegenseitige Respekt sollte auch dadurch gewahrt werden, indem auf das "Verbreiten falscher Tatsachen, irreführender Behauptungen und unrichtiger Darstellungen" verzichtet wird.

Und dann kommt alles anders: Vor allem eine Partei tanzt hier ganz gerne aus der Reihe. Und nein, es ist nicht die FPÖ, denn der blaue Hofburg-Anwärter Norbert Hofer hat von vornherein mitgeteilt, nicht an Fairnessabkommen teilnehmen zu wollen.

Es ist das Team von SPÖ-Kandidat Rudolf Hundstorfer, das die Grenzen auslotet oder weniger geschickt agiert als die anderen Parteien.

Anfang März verschickte es einen Newsletter an die Funktionäre mit "Mythen und Fakten zu Alexander Van der Bellen", um zu erklären, dass es dem grün-unabhängigen Kandidaten an Qualitäten für den Job mangelt. "Mythen und Fakten" sind nun auch über Irmgard Griss aufgetaucht. Ihr Team hat auf Twitter das Papier veröffentlicht, worauf sich die SPÖ empörte, dass interne Dokumente publiziert werden.

Um gegen den blauen Kandidaten Hofer Stimmung zu machen, verfolgt die SPÖ eine andere Strategie. SPÖ-Kommunikationschef Matthias Euler-Rolle teilte ein Video mit dem Titel "Das wahre Gesicht des Norbert Hofer", für das Aussagen des blauen Konkurrenten bei einem Wahlkampfauftritt zusammengeschnitten und mit bedrohlicher Musik untermalt wurden. (Marie-Theres Egyed, 9.4.2016)

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