Protest vor polnischer Botschaft gegen Abtreibungsgesetz

8. April 2016, 11:57
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In mehreren EU-Städten finden am Samstag Kundgebungen gegen die Kriminalisierung von Schwangerschaftsabbrüchen statt

Nachdem die polnische Ministerpräsidentin Beata Szydło von der nationalkonservativen Partei Recht und Gerechtigkeit (PiS) vergangene Woche für eine weitere Verschärfung der Abtreibungsgesetze plädiert hat, sind in Polen Tausende auf die Straße gegangen. Am Samstag finden nun auch in anderen europäischen Städten, darunter Berlin, Dublin und Wien, Protestkundgebungen statt – in Wien haben Frauenorganisationen zu einer solchen vor der polnischen Botschaft in Hietzing aufgerufen.

Nur noch Lebensgefahr für Frau als Abtreibungsgrund

Bis auf drei Ausnahmen ist der Schwangerschaftsabbruch in Polen bereits jetzt verboten. Erlaubt ist Abtreibung nur bei einer Schwangerschaft infolge einer Vergewaltigung, wenn dem Kind eine schwere Behinderung droht oder wenn die Schwangerschaft ein medizinisches Risiko für die Frau darstellt. Die geplante Verschärfung will nun nur noch die Lebensgefahr für die Frau als Abtreibungsgrund gelten lassen. Szydło fordert zudem eine bis zu fünfjährige Haftstrafe für jene, die sich nicht an das Verbot halten.

"Bereits jetzt sind viele Frauen in Polen auf illegale Abtreibungen angewiesen oder fahren ins Ausland, weil ihnen eine Abtreibung unmöglich gemacht wird. Auch der Zugang zur Verhütung ist schwierig, von Sexualaufklärung an Schulen ganz zu schweigen", sagt Ewa Dziedzic, Sprecherin der Grünen Frauen Wien. "Schwangerschaftsabbrüche dürfen nicht kriminalisiert werden. Jede Frau muss das Recht haben, über ihren eigenen Körper selbst bestimmen zu dürfen", erklärt SPÖ-Frauensprecherin und Gemeinderätin Nicole Berger-Krotsch.

Die Protestaktion findet am Samstag um 12 Uhr vor der polnischen Botschaft in Hietzing statt. (chrit, 8.4.2016)

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