Panama-Whistleblower fürchtet um sein Leben

8. April 2016, 11:17
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Chefredakteur der "Süddeutschen" verteidigt Schutz für Informanten und Daten

Berlin – Die "Süddeutsche Zeitung" wird ihre Quelle für die sogenannten Panama Papers "nahezu um jeden Preis" schützen. Dies sei eine der Bedingungen für die Übergabe der Daten an sein Blatt gewesen, sagte "SZ"-Chefredakteur Wolfgang Krach am Donnerstag in der ZDF-Sendung "Maybrit Illner". Hinzu komme, dass die Quelle in den zurückliegenden Tagen signalisiert habe, sie befinde sich in Lebensgefahr.

Krach betonte, er habe Verständnis für Politiker-Forderungen nach Herausgabe der Daten. Die Grundlage von investigativem Journalismus bleibe aber der Quellenschutz. "Wenn wir aufhören, unsere Informanten zu schützen, dann ist das das Ende des investigativen Journalismus. Dann gibt es keine Panama Papers 2", begründete Krach die Weigerung, die Unterlagen an die deutschen Behörden zu übergeben.

Das internationale Recherchenetzwerk ICIJ hatte am Sonntag über mehr als 200.000 Briefkastenfirmen von Politikern und Prominenten berichtet, die von der panamaischen Finanzkanzlei Mossack Fonseca verwaltet werden oder wurden. Die Enthüllungen riefen weltweit Steuerfahnder auf den Plan. (APA, 8.4.2016)

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