Hacker kapern Radiosender, senden expliziten "Furry"-Podcast

    8. April 2016, 11:05
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    Angebliche Sicherheitslücke in beliebtem Radio-Equipment soll Ausstrahlung animalischer Erotik ermöglicht haben

    Hörer verschiedener US-Radiosender erlebten am Dienstagmorgen eine unerwartete Abwechslung. Statt dem üblichen Vormittagsprogramm ertönte eine erotische Erzählung über haarige, vermenschlichte Tier-Figuren aus den Lautsprechern. Die ungeplante Vorlesung dauerte in manchen Fällen anderthalb Stunden lang. Das Material stammt eigentlich aus dem Repertoire des Nischenpodcasts FurCast.

    Der hat freilich mit der Radioausstrahlung nichts zu tun, denn hinter dieser steckt ein Hackerangriff. In einer konzertierten Aktion hatten Unbekannte sich Zugang zur Infrastruktur der Sender verschafft und die animalische Lesung "on-air" gebracht, berichtet Ars Technica.

    Schwachstellen in Streaming-Boxen

    Möglich geworden ist dies offenbar aufgrund von Schwachstellen in Streamingboxen des Herstellers Barix, die bei vielen Radiosendern verwendet werden. Barix verweist mittlerweile auf laufende Untersuchungen in dieser Angelegenheit, vermutet allerdings, dass die Attacken nicht durch Sicherheitslecks möglich wurden. Man geht davon aus, dass bei den betroffenen Radiostationen bei der Inbetriebnahme der Boxen kein Zugriffspasswort festgelegt worden war.

    Bisherigen Erkenntnissen zufolge dürfte der Angriff schon länger geplant worden sein, heißt es in einer Erklärung der Michigan Association of Broadcasters.

    Das wird von den FurCast-Machern untermauert, die vermelden, dass sich am Dienstag unerwartet zahlreiche IP-Adressen plötzlich mit dem eigenen Sendungsarchiv verbunden hatten. Man habe den betroffenen Stream schließlich an eine neue Adresse verschoben.

    Hard Reset

    Für die Radiostationen soll es gar nicht so einfach gewesen sein, die unautorisierte Ausstrahlung zu stoppen. Laut Radio Insight mussten Techniker bei den Barix-Geräten einen "Hard Reset", also eine Rücksetzung, durchführen, um wieder die Kontrolle zu erlangen.

    Wer hinter der Aktion steckt, ist derweil nicht bekannt. Es ist allerdings nicht das erste Mal, dass die Übertragung eines Mediums gekapert wurde. 2013 strahlten eine Reihe regionaler US-TV-Sender infolge einer ähnlichen Attacke plötzlich Warnungen vor einer beginnenden Zombie-Apokalypse aus. (gpi, 08.04.2016)

    Update, 11.04., 15:30 Uhr: Barix hat dem WebStandard eine Stellungnahme zum Vorfall übermittelt. Der Artikel wurde entsprechend aktualisiert.

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      Die Ausstrahlung von Furry-Erotik statt dem üblichen Morgenprogramm sorgte für einige Verwunderung unter den Hörern.

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